Zähe KV-Verhandlungen in der Industrie: Gewerkschafter planen Maßnahmen
Symbolbild
In der Elektro-, Chemie- und Papierindustrie stehen die Kollektivvertragsverhandlungen kurz vor dem anvisierten Inkrafttreten am 1. Mai auf der Kippe. Insgesamt geht es um rund 118.000 Beschäftigte.
Die Verhandlungen für neue Kollektivverträge in drei wichtigen Industriebranchen gestalten sich äußerst schwierig. In allen drei Sektoren liegen die Positionen von Arbeitgebern und Gewerkschaften noch weit auseinander, so die Gewerkschaft Proge.
Besonders festgefahren zeigt sich die Situation in der Elektro- und Elektronikindustrie mit ihren rund 60.000 Beschäftigten. Nach zwei Verhandlungsrunden liegt den Arbeitnehmervertretern noch immer kein konkretes Angebot der Arbeitgeberseite vor. Die rollierende Inflation liegt bei 3,3 Prozent. Die entscheidende dritte Verhandlungsrunde ist für morgen, Mittwoch, angesetzt.
Sollte es zu keiner Einigung kommen, kündigten die Gewerkschaften eine zeitnahe Betriebsrätekonferenz an, um weitere Maßnahmen zu beschließen.
In der chemischen Industrie, die 50.000 Menschen beschäftigt, haben die Arbeitgeber nach drei Verhandlungsrunden nur eine Einmalzahlung von 250 Euro angeboten. Die Gewerkschaften fordern hingegen eine nachhaltige Lohnerhöhung von 3,5 Prozent.
Auch in der Papierindustrie (8.000 Beschäftigte) klaffen die Vorstellungen auseinander. Die Gewerkschaften fordern eine volle Abgeltung der Teuerungsrate von 3,35 Prozent. Die Arbeitgeber haben dagegen angedeutet, nur einen Abschluss unter zwei Prozent anstreben zu wollen. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 30. April anberaumt.
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