Der Streit schwächt die globale Konjunktur

Besonders deutlich wurden die Erwartungen für die Ex- und Importe, also den Außenhandel, reduziert. Mehr Befragte hätten eine fehlende Nachfrage und Handelsbarrieren als problematisch eingestuft. Auch die Investitionserwartungen trübten sich weiter ein. Die Erwartungen an die Inflation gingen ebenfalls zurück.

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
06/24/2021

Krise überwunden: Ökonomen erwarten starkes Wirtschaftswachstum

Nach dem Rückgang im Vorjahr gehen Wirtschaftsforscher für heuer und nächstes Jahr von einem realen BIP-Wachstum von 4 bis 5 Prozent aus.

von Robert Kleedorfer

Weltweit haben sich die wirtschaftlichen Aussichten seit der letzten Prognose deutlich verbessert. Dies hat auch Folgen für die erwartete Erholung in Österreich. Vorlaufindikatoren deuten auf den Beginn einer Hochkonjunkturphase, die heuer vorwiegend von der günstigen Industriekonjunktur getragen wird. Nächstes Jahr wird der Tourismus überproportional zum heimischen Wirtschaftswachstum beitragen, prognostiziert das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo. Nach dem Rückgang im Vorjahr (minus 6,3%) erwartet es für 2021 und 2022 ein reales BIP-Wachstum von vier bzw. fünf Prozent. Das Insitut für Höhere Stuien rechnet mit dreieinhalb bzw viereinhalb Prozent.

Als Hauptgrund nennt das Wifo, dass Österreich die Covid-Krise deutlich schneller als bisher erwartet überwundet habe. "Hierbei prägt vor allem der rasche Fortschritt der Impfkampagne die wirtschaftlichen Perspektiven, da die damit einhergehende Aufhebung der behördlichen Einschränkungen die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivität ermöglicht", heißt es in dem Bericht.

Neben dem Erstarken des privaten Konsums tragen eine hohe Investitionsdynamik, die durch öffentliche Investitionsanreize sowie zunehmende Kapazitätsengpässe getrieben wird, und die kräftige Ausweitung der Exporte zum Konjunkturaufschwung bei. Die heimischen Ausfuhren würden hierbei von der Erholung der Weltwirtschaft profitieren.

Inflation

Der Konjunkturaufschwung dürfte sich deutlich auf die Preise auswirken. Die Inflationsrate laut Harmonisiertem Verbraucherpreisindex (HVPI) wird laut Wifo 2021 auf 2,3 Prozent anziehen (2020: 1,4 Prozent). Ausschlaggebend dafür sei neben der kräftigen Konsumnachfrage die Weitergabe der hohen Preise für Rohstoffe und Intermediärgüter. Auch 2022 dürfte der Preisauftrieb mit 2,1 Prozent hoch bleiben.

Arbeitslosigkeit

Die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt dürfte auch 2022 anhalten. Da die Beschäftigung bereits im Frühjahr 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreichte, erwartet das Wifo jedoch deine Abschwächung des Wachstums: Die unselbständige Aktivbeschäftigung dürfte 2021 um 2,1% und 2022 um 1,6% ausgeweitet werden.

Parallel dazu dürfte die Arbeitslosigkeit deutlich zurückgehen, wodurch die Arbeitslosenquote 2021 auf 8,5 Prozent und 2022 auf 8,0 Prozent sinken sollte. Damit wird das Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (7,4 Prozent) im Prognosezeitraum nicht erreicht werden.

Risiken

Als Risiken für die prognostizierte Entwicklung sieht das Wifo mögliche Probleme durch das Coronavirus, etwa, vor allem dass die Impfung an Wirksamkeit verliert.Überdies herrsche  nach wie vor Unsicherheit über die Entwicklung der Solvenz der Unternehmen, sobald öffentliche Stützungsprogramme zurückgefahren und Schuldmoratorien beendet werden.

 

 

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