Die EU-Kommission erwartet, dass der private Konsum der größte Wachstumsmotor bleibt, angekurbelt durch steigende Löhne, eine höhere Beschäftigungsrate und steuerlichen Begünstigung von Familien ("Familienbonus Plus").

© Getty Images/iStockphoto / gopixa/IStockphoto.com

Wirtschaft
07/10/2019

Wirtschaft: Wachstum geht leicht zurück - aber keine Krise

Statt um 1,6 Prozent des BIP wächst Österreichs Wirtschaft im nächsten Jahr um 1,5 Prozent, sagt die EU-Kommission.

Die EU-Kommission hat am Mittwoch die Wachstumsaussichten 2020 für Österreich leicht zurückgenommen. In ihrer Sommerprognose erwartet die EU-Behörde für das kommende Jahr nur noch ein Plus von 1,5 Prozent, im Frühjahr wurden noch 1,6 Prozent vorausgesagt. Für 2019 erwartet die EU-Kommission weiterhin ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent.

Das für 2019 und 2020 mäßigere Wachstum ist laut der EU-Behörde auf eine allgemeine Abschwächung der globalen Konjunkturaussichten zurückzuführen, wobei das Wirtschaftswachstum in Österreich jedoch starkl von der Inlandsnachfrage abhängig sei.

Österreicher konsumieren fleißig - das ist gut so

Die EU-Kommission erwartet, dass der private Verbrauch der größte Wachstumsmotor bleibt, angekurbelt durch steigende Löhne, eine höhere Beschäftigungsrate und steuerlichen Begünstigung von Familien ("Familienbonus Plus").

Laut Prognose werden aufgrund der Übernachfrage die Investitionen in den Wohnbau gleich bleiben oder nur langsam sinken, während wegen der hohen weltwirtschaftlichen Unsicherheit ein Rückgang bei den Investitionen in Produktionsmittel vorhergesagt wird.

Auch eine Abschwächung der Exportwachstums wird für die verbleibenden Monate des Jahres 2019 vorhergesehen, während gemäß der EU-Prognose die Importe in einem geringeren Ausmaß zurückgehen werden.

Wachstum in der EU beträgt 1,4 Prozent

Die schwächeren globalen Wachstumsaussichten spiegeln sich laut EU-Kommission in den österreichischen Stimmungsindikatoren wider, die sich seit Beginn 2018 verschlechterten. Während die Stimmung in der Bau- und Dienstleistungsbranche nachgegeben habe, aber auf hohem Niveau bleibe, ist der größte Einbruch in punkto Industrievertrauen zu verzeichnen, teilte die EU-Behörde mit, die am Mittwoch auch die Wachstumserwartungen in der Eurozone für 2020 senkte.

1,4 Prozent wird die Steigerung des Bruttoinlandsproduktes in den Euroländern laut Sommerprognose betragen, anstatt 1,5 Prozent in der Frühjahrsprognose. Für 2019 hält die EU-Kommission an ihrer Wachstumsvorhersage von 1,2 Prozent fest.