Wiener Motorensymposium: „KI ist der neue Motor der Autoindustrie“

Europas Autobauer laufen Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten.
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Rund um das Internationale Wiener Motorensymposium, das vom 22. bis 24. April in der Wiener Hofburg mit hochkarätigen Automotive-Experten stattfinden wird, wurde am Dienstag ein Kick-off-Pressegespräch abgehalten. Bernhard Geringer, der Präsident des Veranstalters Österreichischer Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK), ist der Ansicht, „dass es je nach geografischer Region, Rohstoffverfügbarkeit und Art des Fahrzeuges ein technologieoffenes Einpendeln zwischen den verschiedenen Antriebsarten, sprich batterieelektrisch, Wasserstoff, Hybrid, E-Fuels oder klassische Treibstoffe geben muss“. 

Für Geoffrey Bouquot, Vorstand für Technische Entwicklung bei Audi in Ingolstadt, ist die KI in der Autoindustrie auf dem Vormarsch. „Aus heutiger Sicht des Designs steht die KI im Mittelpunkt dessen, was in der Architektur entworfen werden sollte, wenn es um softwaredefinierte Fahrzeuge und die ganzheitliche Betrachtung der KI-Architektur nächster Fahrzeuggenerationen geht“, sagt Bouquot. „KI ist der neue Motor der Autoindustrie.“ Sie „verkürze die Entwicklungszyklen, steigert die Effizienz und Qualität und verleiht Fahrzeugen eine markenprägende Persönlichkeit mit einem völlig neuen Niveau personalisierter physischer Oberflächen und Nutzer-Ergebnisse“.

Zulieferer unter Druck

Indes erklärt Matthias Zink, Vorstand bei der Schaeffler AG und Präsident des Europäischen Verbandes der Autozulieferer (CLEPA), dass die europäische Zulieferindustrie bis zu 75 Prozent der Komponenten für 18 Millionen Fahrzeuge liefert und 1,7 Millionen Arbeitsplätze sichert. „Doch Europa läuft Gefahr ins Hintertreffen zu geraten“, sagt Zink. Die USA und China, die mit Zöllen und Förderungen ihr Industrie unterstützen, seien starke Konkurrenten.

„Um Europa als Industriestandort attraktiv zu halten, brauchen wird dringend niedrigere Stromkosten, weniger Bürokratie und einen besseren Zugang zu Finanzmitteln“, so Zink. „Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, droht die europäische Teilefertigung zu verschwinden, da Unternehmen entweder ihren Standort schließen oder verlagern und wertvolles Know-how mitnehmen.“

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