Influencer sorgen für Gründerboom in der Werbebranche
Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI) verändern das Gesicht der heimischen Werbebranche. Immer mehr Einzelkämpfer werden als Content Creator oder Influencer aktiv und arbeiten – häufig mithilfe von Künstlicher Intelligenz – auf eigene Rechnung. I
nzwischen gäbe es mehrere Zehntausend Influencer in Österreich, die ihre Dienstleistungen via Social Media anbieten, analysiert Jürgen Bauer, Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der WKÖ. Genaue Daten habe niemand, aber die Zahl wachse von Jahr zu Jahr, bei vielen werde aus einer Nebentätigkeit ein Hauptjob. Der Graubereich ist groß, sobald die Tätigkeit eines Influencers aber über ein Hobby hinausgeht und regelmäßig Einkünfte erzielt werden, ist ein Gewerbeschein benötigt.
Jürgen Bauer, Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der WKO
Die Wirtschaftskammer bietet zu dem Thema kostenlose Gründungsberatungen an und hat Checklisten zu Vertragsrecht, Haftungen, Urheber- und Nutzungsrechten zusammengestellt. Der Digital-Trend zeigt sich auch in der Gründerbilanz der Sparte Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer (WKO).
Im Vorjahr gab es 3.000 Neugründungen, das war ein Anteil von 8 Prozent an der Gesamtgründerstatistik. Damit liegt die Branche auf Platz drei hinter den selbstständigen Personenbetreuer/innen und der Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT.
70 Prozent Ein-Personen-Unternehmen
„Werbung und Marktkommunikation sind ein extrem attraktiver Bereich, in dem viele Menschen gerne arbeiten“, freut sich Bauer über die Zahlen. Die Branche funktioniere sehr gut auch als Einzelunternehmen. 70 Prozent der Gründungen sind Ein-Personen-Unternehmen.
Flexibel und eigenverantwortlich arbeiten zu können, sei ein wichtiges Motiv für die Gründung: „Wer mehr verdienen will, kann mehr Aufträge annehmen. Es geht in unserer Branche um Ideen und Know-how, nicht um die Anzahl der Mitarbeiter“, sagt Bauer.
Zusätzlicher Treiber sei der technologische Wandel: „Digitale Tools und KI-Anwendungen unterstützen heute als persönliche Assistenz bei Organisation, Analyse und Kreation. Das macht es einfacher, auch als Einzelunternehmer professionell und effizient zu arbeiten und wettbewerbsfähig zu bleiben.“
Auch vergleichsweise niedrige Markteintrittshürden spielen eine Rolle. Im Vergleich zu vielen anderen Branchen sei die Bürokratie vor allem bei der Gründung geringer. „Das erleichtert den Schritt in die Selbstständigkeit deutlich und erklärt mit, warum gerade unser Fachbereich so gründungsstark ist“, so Bauer.
Der Fachverband Werbung und Marktkommunikation vertritt rund 30.000 Mitgliedsbetriebe mit mehr als 36.000 Beschäftigten. Die Branche trägt mit einem Jahresumsatz von ca. Ꞓ 8,5 Mrd. Euro zur Wertschöpfung der österreichischen Wirtschaft bei.
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