Mehr Unternehmen 2025 gegründet: Zuwächse bei Frauen und jungen Leuten

Gruppe von Frauen bei der Arbeit an Laptops
Knapp 10 Prozent mehr neu gegründete Firmen als 2024 - Zuwächse vor allem bei jungen Menschen und Frauen.

Zusammenfassung

  • 2025 wurden in Österreich 39.978 neue Unternehmen gegründet, ein Plus von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, besonders viele von jungen Menschen und Frauen.
  • Das Hauptmotiv für die Gründung war mehr Flexibilität, fast die Hälfte der Gründerinnen und Gründer waren Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 36,4 Jahren.
  • Die Wirtschaftskammer fordert bessere Rahmenbedingungen, darunter digitale Gründungsprozesse, steuerliche Entlastungen und einen Beteiligungsfreibetrag für Investoren.

Im abgelaufenen Jahr 2025 hat die Zahl der neu gegründeten Unternehmen deutlich zugelegt. Österreichweit wurden 39.978 neue Firmen gegründet, das waren um 9,4 Prozent mehr als noch im Jahr davor. Die Wirtschaftskammer (WKÖ) spricht von einem Gründerboom, die Dynamik sei bei junge Menschen und Frauen besonders ausgeprägt.

 Das Durchschnittsalter der Gründerinnen und Gründer lag bei 36,4 Jahren, fast jedes zweite Unternehmen wurde von einer Frau gegründet.

Einer Umfrage des WKÖ-Gründerservice zufolge ist mehr Flexibilität in der Lebensgestaltung das wichtigste Motiv für die Selbstständigkeit. Dahinter folgt der Wunsch, sein eigener Chef zu sein und der Wunsch, sein Einkommen zu steigern. Äußerer Druck habe lediglich bei 1,6 Prozent der Befragten zur Gründung eines Unternehmens geführt. Mit knapp 83 Prozent starteten die meisten Gründerinnen und Gründer 2025 mit einem Einzelunternehmen.

Unternehmen gründen: WKO fordert bessere Bedinungen

Die meisten Firmengründungen gab es in den Bereichen Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT, Werbung und Marktkommunikation, Versand-, Internet- und allgemeiner Handel und bei den persönlichen Dienstleistungen. Nach WKO-Sparten entfielen 38,2 Prozent der Neugründungen auf Gewerbe und Handwerk, 25,6 Prozent auf den Handel und 21,4 Prozent auf Information und Consulting.

Die Wirtschaftskammer sieht in der positiven Entwicklung "eine große Chance" aber keinen "Selbstläufer". Sie fordert daher bessere Rahmenbedingungen, unter anderem digitale Unternehmensgründung für alle Rechtsformen, und einen Beteiligungsfreibetrag von mindestens 100.000 Euro für alle Investorinnen und Investoren: Wer Eigenkapital oder eigenkapitalähnlich in österreichische Start-ups oder KMU investiert, soll einen Betrag von mindestens 100.000 Euro als steuermindernde Sonderausgabe geltend machen können. Eine weitere Forderung ist die Anhebung der Kleinunternehmergrenze auf 85.000 Euro und die rasche Umsetzung des angekündigten rot-weiß-roten Dachfonds, der institutionelles Kapital in Richtung Start-ups mobilisieren soll.

"Damit dieser Aufschwung nachhaltig wirkt, braucht es jetzt verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen - von einfachen, vollständig digitalen Gründungsprozessen bis hin zu wettbewerbsfähigen steuerlichen Entlastungen für Betriebe", so WKO-Präsidentin Martha Schulz.

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