Fünftel meidet Verwandtenansammlungen zu Weihnachten

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
12/10/2020

Weihnachten: Briten müssen um Lieferungen aus dem Ausland bangen

Spielzeugindustrie: Schiffe wurden wegen Hafenüberlastung nach Rotterdam umgeleitet. Container stauen sich seit Wochen.

Zahlreichen Kindern in Großbritannien droht wegen der Coronapandemie ein Weihnachtsfest ohne Geschenke. Angesichts von überfüllten Häfen könne es Lieferprobleme geben, warnte der Spielzeugherstellerverband BTHA. "Schiffe wurden aufgrund einer Überlastung im Hafen von Felixstowe nach Rotterdam umgeleitet und werden nun die Weihnachtszeit verpassen", teilte der Verband am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Container-Stau

Sowohl im wichtigsten Containerhafen Felixstowe an der Nordsee als auch in Southampton am Ärmelkanal stauen sich seit Wochen die Container. Grund ist außer der Coronakrise auch der Brexit. Viele Unternehmen versuchen, vor Ablauf der Brexit-Übergangsphase am 31. Dezember ihre Lagerbestände aufzufüllen. Gleichzeitig verstopfen Tausende Container mit Schutzkleidung die Lagerhäuser.

Das Chaos könnte auch auf die Preise schlagen. "Wegen Knappheit bei Kapazität und Containern drohen Spielzeugherstellern drastische Preissteigerungen", betonte der Verband weiter. Möglich seien bis zu viermal höhere Kosten. Der BTHA betonte: "Wir rufen die Regierung auf, in dieser für die Wirtschaft entscheidenden Zeit zu helfen, um die festliche Jahreszeit zu retten."

Die Transportbranche forderte angesichts der Situation in den Häfen die Regierung ebenfalls zum Handeln auf. So komme es vor, dass sich Kapitäne weigerten, leere Container oder Waren einzuladen, nachdem sie ihre Fracht gelöscht haben, um keine wertvollen Zeitslots in anderen Häfen wie Rotterdam, Antwerpen oder Hamburg zu verpassen, sagte die Hafenexpertin Eleanor Hadland.

Dadurch staue sich immer mehr Ware. Wegen Lieferschwierigkeiten hat etwa der japanische Autobauer Honda die Produktion in seinem Standort im englischen Swindon vorübergehend eingestellt.

Die britischen Häfen spüren zudem die Folgen der Coronapandemie. Im dritten Quartal sank die Frachtmenge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 102,4 Millionen Tonnen, wie der Hafenverband BPA mitteilte.

Sollten sich Großbritannien und die EU bis 31. Dezember nicht doch noch auf einen Handelspakt einigen, drohen erhebliche Verzögerungen im Warenhandel und somit weitere Schwierigkeiten für Autobauer und andere Unternehmen in Großbritannien, die auf pünktliche Lieferungen aus dem europäischen Ausland angewiesen sind.

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