Weniger Wachstum bei heimischen Regionalbanken
357 Regionalbanken gab es laut Nationalbank Ende 2024 in Österreich, um zehn weniger als im Jahr zuvor. „Die Konsolidierung geht weiter“, sagt Michaela Schneider, Managing Partnerin des auf Banken spezialisierten Beraters zeb. Es werde weitere Fusionen geben, denn die Kosten würden weiter steigen, etwa für die Digitalisierung und der Erlös-Kuchen werde nicht größer. Bis zum Jahr 2030 könnte die Zahl der Institute unter 300 fallen, meint Schneider.
In den Jahren 2023 und 2024 profitierten Regionalbanken noch von den hohen Zinsen. Doch seit dem Vorjahr seien die Zinsen stark gesunken und damit auch die Zinsüberschüsse, sagt zeb-Experte Oliver Rosenthal. Die auf hohem Niveau verbleibenden Risikokosten würden zudem heuer und nächstes Jahr die Ergebnissituation belasten. Ab 2027 werde eine Erholung erwartet. Unterm Strich erwartet Andreas Sumper, Managing Partner bei zeb, nur noch ein jährliches Wachstum bis 2030 bei Firmenkunden von einem Prozent, bei Privatkunden von zwei Prozent.
„Ich sehe ein paar Gewitterwolken“, resümiert Schneider. Ohne Gegenmaßnahmen würden die Ergebnisse im Durchschnitt um 25 Prozent sinken. Die Regionalbanken seien daher gezwungen, parallel Ertrags-, Kunden- und Prozessseite zu optimieren. 2024 gab es nur 10 Institute mit einem negativen Ergebnis, heuer würden es kaum mehr werden. Allerdings verdopple sich der Anteil der Banken mit einem zu geringen Ergebnis auf 14 Prozent.
Wenig Grund zur Sorge gibt es laut zeb hingegen bei der Eigenkapitalausstattung. 2024 lag die Kernkapitalquote bei 97 Prozent der Institute bei über 15 Prozent. Selbst bei simulierten, größeren Ausfällen sinke die Zahl kaum.
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