┬ę APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
01/20/2021

VW will mit "Trinity" autonomes Fahren massentauglich machen

Das Fahrzeug soll ab 2026 in Wolfsburg produziert werden. VW erwartet von dem Vorhaben Anschub bei Digitalisierung.

Volkswagen will mit einem neuentwickelten Fahrzeug selbstfahrende Autos erschwinglich machen. Mit dem Projekt "Trinity" wolle die Marke VW eine neue Elektroplattform an den Start bringen, k├╝ndigte Markenchef Ralf Brandst├Ątter am Mittwoch auf LinkedIn an. Geplant ist ein Wagen, der anfangs f├╝r teilautomatisiertes Fahren (Level 2+) ausgelegt ist und sp├Ąter vollautomatisiertes Fahren (Level 4) erm├Âglichen soll, sobald dies gesetzlich erlaubt ist.

"Volkswagen demokratisiert mit diesem Fahrzeug das autonome Fahren", erkl├Ąrte Brandst├Ątter. Ein Sprecher best├Ątigte, das neue Fahrzeug solle ab 2026 in Wolfsburg vom Band rollen. Dar├╝ber berichtete auch die "Automobilwoche".

Von dem Vorhaben erwartet Volkswagen Anschub bei der Digitalisierung. Hohe St├╝ckzahlen sollen helfen, die Software st├Ąndig weiterzuentwickeln: "Unsere Skalen nutzen wir f├╝r den Aufbau eines lernenden neuronalen Netzes f├╝r den gesamten Konzern", sagte Brandst├Ątter.

Konkurrenz zu Tesla

Der VW-Aufsichtsrat hatte im Dezember beschlossen, Wolfsburg zu einem Vorzeigewerk f├╝r die hochautomatisierte Produktion von Elektrofahrzeugen zu machen. Konzernchef Herbert Diess will die gr├Â├čte Fabrik des Wolfsburger Autobauers sogar in die Konkurrenz mit dem im Bau befindlichen Tesla-Werk im brandenburgischen Gr├╝nheide schicken.

Der US-Elektroautobauer gilt als Vorbild f├╝r automatisierte Produktion. Dem gerade zum Entwicklungschef der Marke VW berufenen fr├╝heren Elektrovorstand Thomas Ulbrich schrieb Diess ins Stammbuch: "Die n├Ąchste Aufgabe wird unser Vorzeige-Projekt, das Wolfsburg umkrempelt und in den Wettbewerb zu Gr├╝nheide stellt. Good Luck! Eine neue 'Superhero Aufgabe'!"

Ein ├Ąhnliches Projekt wie "Trinity" hat die Konzerntochter Audi unter dem Namen "Artemis" f├╝r drei E-Modelle der Marken Audi, Porsche und Bentley aufgesetzt, die im VW-Werk Hannover gebaut werden sollen. Die Entscheidungen f├╝r die Standorte Wolfsburg und Hannover gelten als industriepolitisch motiviert. Das hei├čt, dass damit W├╝nsche des Landes Niedersachsen als zweitgr├Â├čtem VW-Aktion├Ąr und des Betriebsrats erf├╝llt werden, sagen Insider. Die Entscheidung f├╝r Wolfsburg wird zudem als Teil des Kompromisses gesehen, mit dem der Machtkampf zwischen Konzernchef Diess und Betriebsratschef Bernd Osterloh beigelegt wurde.

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