Kehrtwende bei Osram: Die Führung des deutschen Lichttechnik-Konzerns sträubt sich nicht mehr gegen eine Übernahme durch den steirischen Chip- und Sensorhersteller ams. Nach Zusagen der Österreicher empfehlen Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären nun, das 4,6 Milliarden Euro schwere Kaufangebot anzunehmen.

© APA/dpa/Frank Rumpenhorst

Wirtschaft
11/12/2019

Von Feuerwehrautos bis Goldrausch: Die Wirtschaftsnews zum Tag

Alibaba räumt ab - Grünes Licht für ams - Goldrausch in der Steiermark - Plus für Infineon.

Alibaba räumt ab

Beim diesjährigen Konsum-Aktionstag Singles' Day in China haben die Verbraucher den Online-Handelsriesen Alibaba und JD.com neue Rekordumsätze beschert. Dem zuletzt schwächeren Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik zum Trotz gaben die Kunden binnen 24 Stunden allein auf der Plattform von Alibaba umgerechnet knapp 35 Mrd. Euro aus - um 26 Prozent mehr als im Vorjahr.

Allerdings: In den Vorjahren waren die Zuwächse noch deutlicher ausgefallen. 2018 lag die Rate bei 27 Prozent, 2017 sogar bei 39 Prozent.

Der Alibaba-Konkurrent JD.com, der eine elftägige Rabattaktion bis Montag um Mitternacht laufen hatte, teilte am Dienstag mit, dass bei ihm Käufe im Wert von umgerechnet rund 26,5 Mrd. Euro getätigt wurden. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 30 Prozent.

Der Singles' Day war 2009 von Chinas Online-Händlern als Gegenstück zum Valentinstag und nach dem Vorbild des sogenannten Black Friday der US-Internetwirtschaft ins Leben gerufen worden.

Deutsche Post profitiert von Online-Handel

GERMANY-DEUTSCHE-POST

Die Deutsche Post hat auch im dritten Quartal vom boomenden Online-Handel profitiert. Vor allem das internationale Express- und das deutsche Paketgeschäft wuchsen dynamisch. Aber auch in den anderen Sparten lief es gut.

Der Umsatz stieg um 4,7 Prozent auf rund 15,6 Mrd. Euro. Der operative Gewinn (EBIT) kletterte noch deutlicher von 376 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 942 Mio. Euro. Unter dem Strich stand zwischen Juli und September ein Gewinn von 561 Mio. Euro. Im Vorjahr waren es noch 146 Mio. Euro. Allerdings hatten im Vorjahr Sondereffekte deutlich belastet.

Infineon erwartet leichtes Plus

Der deutsche Technologiekonzern Infineon erwartet trotz konjunkturellen Gegenwinds im laufenden Geschäftsjahr einen leichten Umsatz- und Ergebnisanstieg. Der Umsatz werde in den zwölf Monaten bis Ende September 2020 um 3 bis 7 Prozent zulegen, teilte der Halbleiterhersteller am Dienstag mit.

Die operative Umsatzrendite werde ähnlich wie im abgelaufenen Geschäftsjahr bei rund 16 Prozent liegen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr schnitt Infineon bei Umsatz und Betriebsgewinn ein wenig besser ab als geplant. Der Umsatz legte um 6 Prozent auf 8,03 Mrd. Euro zu. Die Umsatzrendite (Segmentergebnis-Marge) lag bei 16,4 Prozent. Infineon hatte sich selbst zuletzt einen Umsatz von 8 Mrd. Euro und eine Marge von 16 Prozent vorgenommen.

In Österreich hat Infineon derzeit rund 4.200 Mitarbeiter an fünf Standorten. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 2,9 Mrd. Euro.

 

Osram und ams: Übernahmeschlacht nächster Teil

Kehrtwende bei Osram: Die Führung des deutschen Lichttechnik-Konzerns sträubt sich nicht mehr gegen eine Übernahme durch den steirischen Chip- und Sensorhersteller ams. Nach Zusagen der Österreicher empfehlen Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären nun, das 4,6 Milliarden Euro schwere Kaufangebot anzunehmen.

Die Arbeitnehmervertreter halten aber an dem Widerstand gegen ams fest. Die Entscheidung im Aufsichtsrat fiel mit sieben zu fünf Stimmen, nur ein leitender Mitarbeiter schloss sich der Kapitalseite an.

In einem Sondervotum zum Übernahmeangebot bezeichnen die Betriebsräte und Gewerkschafter im Aufsichtsrat das Vorgehen von ams als "unrechtmäßig". Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) hat Osram die Belegschaft bereits um 2.700 auf 23.500 reduziert. Weitere Streichungen dürften folgen, wie der Traditionskonzern ankündigte. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, Osram wolle eine höhere dreistellige Zahl von Arbeitsplätzen streichen.

Das Unternehmen steckt in der Krise. 2018/19 rutschte Osram mit 343 Mio. Euro in die roten Zahlen, unter anderem wegen einer Abschreibung von 171 Mio. Euro auf den Firmenwert des Autozuliefer-Gemeinschaftsunternehmens mit Continental.

 

Continental tief in roten Zahlen

Die schwächer werdende Autokonjunktur und eine Milliardenabschreibung haben den deutschen Zulieferer Continental im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Unterm Strich verbuchte der Konzern von Juli bis September einen Verlust von fast 2 Mrd. Euro.

Wie das Unternehmen am Dienstag in Hannover mitteilte, lag dies zwar zum Großteil am "Einmaleffekt" verringerter Firmenwerte aus früheren Übernahmen sowie Kosten für ein kürzlich gestartetes Umbauprogramm. Aber auch im laufenden Geschäft sank das bereinigte operative Ergebnis deutlich um ein Fünftel auf noch knapp 615 Mio. Euro.

 

Rosenbauer mit weniger Gewinn

Der auf Feuerwehr- und Löschfahrzeuge spezialisierte oberösterreichische Rosenbauer-Konzern hat in den ersten neun Monaten des Jahres einen niedrigeren Gewinn verbucht - das Periodenergebnis sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 10,6 auf 9,0 Mio. Euro, wie das börsennotierte Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Umsatzerlöse stiegen.

Die Verkaufserlöse legten im Zeitraum Jänner bis September um elf Prozent auf 614,5 Mio. Euro zu (Vergleichsperiode 2018: 552 Millionen). Das operative Ergebnis (EBIT) sank jedoch von 17 Mio. auf 15,1 Mio. Euro. Angesichts der "sehr guten Auslastung der Produktionsstätten" wird das Umsatzziel für 2019 bei mehr als 980 Mio. gesehen, die EBIT-Marge soll 5,1 Prozent betragen.

 

Goldfieber in der Steiermark

Die kanadische Richmond Minerals, notiert an der Börse in Toronto, will eine Jahrhunderte alte Tradition in der Steiermark wieder aufleben lassen und Gold und Silber in Oberzeiring abbauen. Das Unternehmen hat 99 zusammenhängende Mineralschurfrechte um mehrere 100.000 Euro von der Silbermine Zeiring GmbH erworben, die zu 100 Prozent der Aurex Biomining AG gehört.

Thomas Brunner, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Aurex, bestätigte eine Pressemitteilung der Richmond Minerals, wonach die Vereinbarung Anfang November unterzeichnet wurde. Die verkauften Schurfrechte der Mine erstrecken sich auf eine Fläche von mehr als 3.000 Hektar nahe Oberzeiring im Bezirk Murtal.

Die Mine war im Mittelalter einer der größten Silberproduzenten in den europäischen Ostalpen. Es wurde neben Silber auch Blei abgebaut, aber es sollen auch schon Erzvorkommen mit hohem Gehalt an Gold, Kupfer, Zink, Eisensulfiden (Pyrit, Markasit) sowie Eisenkarbonaten (Siderit, Ankerit) und Baryt abgebaut worden sein. Die Stadt war historisch eine florierende und sehr aktive und bedeutsame Produktionsstätte für diese Metalle bzw. Mineralien.

 

Seltsame Vorgänge in der Ukraine

People stand next to a branch of the Raiffeisen Bank Aval in Kiev

Alexander Pysaruk, seit Oktober CEO der Aval-Bank, Ukraine-Tochter der RBI, ist am Montag von der ukrainischen Anti-Korruptionsbehörde befragt worden. Thema sei die Abwicklung der ukrainischen VAB-Bank gewesen, in der Pysaruk 2014 als stellvertretender Chef der ukrainischen Nationalbank involviert war, sagte Martin Grüll, Finanzchef der RBI und Aufsichtsratschef der Aval Bank, am Dienstag zur APA.

Grüll betonte, dass es in der Aval Bank keine Razzia gegeben habe, die Anti-Korruptionsbehörde NABU habe das Gebäude nicht betreten. Auch hätten die Fragen, um die es bei der Befragung ging, nichts mit der Aval Bank oder RBI zu tun gehabt, sondern ausschließlich mit der früheren Tätigkeit Pysaruks und mit der VAB-Bank. "Man könnte nicht einmal Unterlagen bei uns recherchieren, weil der Fall mit uns überhaupt nichts zu tun hat", so Grüll.

Auch eine Festnahme wies Grüll zurück, Pysaruk sei zu Hause. Allerdings räumte Grüll ein, dass die Lage noch unübersichtlich sei, die RBI habe vorerst nur mündliche Informationen. Die RBI wisse auch noch nicht, ob Pysaruk als Beschuldigter oder als Zeuge befragt wurde und ob er seine Tätigkeit in der Aval Bank nahtlos fortführen kann. "Die Lage ist heute in der Früh nicht vollkommen klar", so Grüll.

 

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