Superreiche könnten 3 Billionen Euro vor dem Fiskus verstecken

Neue Analyse von Oxfam zum Offshore-Vermögen. Aufruf an die Staaten, Steuerschlupflöcher zu schließen.
Superreiche könnten 3 Billionen Euro vor dem Fiskus verstecken

Die weltweit Superreichen könnten laut Schätzungen der internationalen Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam bis zu 3,55 Billionen US-Dollar (3,08 Billionen Euro) vor den Steuerbehörden verborgen halten. Dies geht aus einer neuen Analyse der Organisation zu den Offshore-Vermögen hervor, über die der Guardian berichtete.

 Anlass war der zehnte Jahrestag der Panama Papers, die die Netzwerke von Steueroasen offenlegte. 

Demnach ist das insgesamt auf Steueroasen gehaltene Vermögen – basierend auf Arbeiten u. a. des Ökonomen Gabriel Zucman und des EU Tax Observatory – bis 2023 auf 13,25 Billionen US-Dollar angestiegen.

Drei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung

Zwar ist der Anteil der vor Behörden verborgenen Vermögen seit 2016 durch den automatischen Informationsaustausch gesunken, dennoch bleiben laut Oxfam etwa 3,55 Billionen US-Dollar unversteuert. Das sind immerhin mehr als 3 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

Den Schätzungen zufolge gehören rund 80 Prozent dieses Vermögens (über 2,84 Billionen Dollar) den reichsten 0,1 Prozent der Haushalte. Diese kleine Gruppe besitzt damit unversteuerte Werte in Höhe des Gesamtvermögens der ärmsten Hälfte der Weltbevölkerung. 

Oxfam-Experte Christian Hallum betonte gegenüber dem Guardian, es gehe hier nicht nur um Buchhaltung, sondern um Macht und fehlende Rechenschaft: Superreiche stellten sich durch Offshore-Konstruktionen über gesellschaftliche Verpflichtungen. 

Steuerschlupflöcher schließen

Die Hilfsorganisation fordert eine Vermögensabgabe für die Reichsten und ruft Regierungen dazu auf, Steuerschlupflöcher zu schließen.  Oxfam unterstützt auch eine globale Kampagne für eine progressive Vermögenssteuer und fordert mehr Steuerkooperationen sowie die Einbeziehung von Ländern des globalen Südens in den Informationsaustausch.  In Großbritannien, dem Sitz von Oxfam, setzt sich die Organisation für die Einführung einer Vermögenssteuer ein. 

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