Wirtschaft
13.11.2018

US-Regierung droht mit Zwangsmaßnahmen gegen Nord Stream 2

US-Botschafter Sondland: "Wir haben noch nicht alle Instrumente eingesetzt, die das Projekt ernsthaft untergraben könnten"

Die US-Regierung droht mit Zwangsmaßnahmen, um die auch von der österreichischen OMV mitfinanzierte Gasleitung Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland zu stoppen. "Wir haben noch nicht alle Instrumente eingesetzt, die das Projekt ernsthaft untergraben oder stoppen könnten", sagte der US-Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, am Dienstag in Brüssel.

Noch hoffe Washington darauf, dass "die Opposition gegen das Projekt organisch wirkt". Europa dürfe sich nicht einseitig von russischem Gas abhängig machen. "Wenn diese Philosophie nicht angenommen wird und Nord Stream weitergeht, dann hat der Präsident (Donald Trump) viele, viele andere Instrumente zur Verfügung - ich will jetzt nicht alle aufzählen -, um zu versuchen, das Projekt einzudämmen und zu stoppen", sagte Sondland.

"Geopolitisch falsch"

Er bestritt, dass dahinter das Interesse der USA stehe, selbst Flüssiggas in Europa zu verkaufen. Die Abhängigkeit vom russischen Gas für Europa sei geopolitisch falsch. "Wir wollen nicht, dass jemandem mitten im Winter das Gas abgedreht wird, wenn eine politische Krise ausbricht", sagte Sondland. Wäre Europas Energieversorgung verletzlich, träfe dies auch die USA. "So stark ist die transatlantische Beziehung: Wir sind wie siamesische Zwillinge."

Der Bau der Gasleitung Nord Stream 2 durch die Ostsee hat bereits begonnen und soll Ende 2019 fertig sein. Trump hatte bereits im Sommer massiv dagegen protestiert. Deutschland unterstützt das Projekt. Die EU-Kommission und mehrere EU-Staaten sehen es kritisch.