Tourismus: Wohin die staatlichen Fördermillionen fließen
Zusammenfassung
- 2025 wurden 337 Förderanträge im Tourismus bewilligt und ein Investitionsvolumen von 539 Millionen Euro ausgelöst.
- Trotz Nächtigungsrekorden leidet die Branche unter steigenden Kosten und Fachkräftemangel, was das Wachstum begrenzt.
- Die Staatssekretärin verteidigt hohe Marketingausgaben, um die Nachfrage auch in Nebensaisonen zu sichern.
Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (OeHT), die die gewerbliche Tourismusförderung des Bundes abwickelt, verzeichnete 2025 eine positive Förderbilanz. Insgesamt seien 337 Förderungen bewilligt und ein Investitionsvolumen von 539 Millionen Euro ausgelöst worden. 2024 waren es noch 257 Bewilligungen und 499 Millionen Euro.
Die hohe Nachfrage nach allen angebotenen Finanzierungen setze sich auch 2026 fort, sagt Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP). "Die Zahlen beweisen, dass wir nicht nur starke Nächtigungszahlen haben, sondern dass auch der Tourismus trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen investiert", so die Staatssekretärin.
21,24 Millionen Euro an Fördermitteln pro Jahr
"Der Tourismus kann sich in Österreich tatsächlich glücklich schätzen", sagte Zehetner. Denn der Tourismus sei die einzige Branche, die mit der OeHT auf eine Institution zurückgreifen könne, die zugleich Förderstelle und Bank sei. Das jährliche Budget für Förderungsmittel in der gewerblichen Tourismusförderung liege bei 21,24 Millionen Euro, ergänzt Matthias Matzer aus der OeHT-Geschäftsführung.
In den Jahren 2024 und 2025 verzeichnete die Branche jeweils Nächtigungsrekorde. Trotzdem würde sie unter den steigenden Personal-, Energie- und Lebensmittelkosten leiden, sagt Zehetner. Die Ertragslage vieler Betriebe hätte sich 2025 verschlechtert.
Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP)
Die größte Herausforderung bleibe aber weiterhin der Fachkräftemangel. Dieser führe dazu, dass die Nachfrage das Angebot übersteige. „Wir könnten theoretisch mehr Gäste begrüßen, wenn wir mehr Personal hätten“, sagt Zehetner.
Staatssekretärin verteidigt teure Marketingmaßnahmen
Trotz zu geringer Ressourcen in einigen Regionen verteidigt die Staatssekretärin die Ausgaben für die staatliche Marketingagentur „Österreich Werbung“ (ÖW). Diese erhalte 30 Millionen Euro jährlich vom Staat, um Urlaub in Österreich zu bewerben. Allein bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo will die ÖW rund eine Million Euro für Marketingmaßnahmen ausgeben.
„Es ist wichtig, dass wir die Nachfrage hochhalten“, sagt Zehetner. „Zwar gibt es Spitzenzeiten mit Vollauslastung in vielen Gegenden, aber dann gibt es Nebensaisonen, wo wir durchaus noch Potenzial haben, weitere Gäste aufzunehmen.“
"Extrem gut" sei bisher die aktuelle Wintersaison verlaufen, freut sich die Staatssekretärin. Einzelne Bundesländer hätten fast zweistellige Wachstumszahlen verzeichnen können.
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