Kampf um neue Tabakerhitzer in Österreich eröffnet
Trafikantinnen und Trafikanten warten seit Jahren darauf, die Kundschaft ebenso: Auf neue Tabakerhitzer, also auf bessere technische Geräte, mit denen sich Tabaksticks konsumieren lassen. Auf dem österreichischen Markt gab es mit IQOS (gehört zum Tabakkonzern Philip Morris) bislang nur einen Anbieter – allerdings mit einem veralteten Modell. Das neue, technisch bessere der Marke gab es aufgrund eines komplizierten Zulassungsverfahrens nur über der Grenze, was viele Konsumenten dazu bewegte, die Produkte im Ausland zu kaufen. Das wiederum führte zu Steuerverlusten für den Staat. Doch jetzt dürfte der Tabakerhitzer-Tourismus ein Ende haben.
Im Dezember 2025 beschloss die Bundesregierung neben neuen Monopolgesetzen eine Novelle des Tabak- und Nichtraucherschutzgesetzes (TNRSG). Diese wandelte u. a. das restriktive Zulassungsverfahren für Tabakerhitzer in ein klassisches Meldeverfahren um. Bedeutet: Neue Produkte müssen lediglich angemeldet und können nach einer gesetzlichen Frist von sechs Monaten auf den Markt gebracht werden. So mancher Tabakkonzern zögerte offenbar keine Sekunde. Denn nach Ablauf dieser sechs Monate schickt British American Tobacco (BAT) ab Juli schon die erste Konkurrenz ins Rennen.
Die neue Generation von Tabakerhitzern
„Wir freuen uns, etwas Großes ankündigen zu können“, sagt Stephan Heyng, neuer Geschäftsführer von BAT Austria, am Mittwoch bei einem Pressetermin in Wien. Präsentiert wurde der neue Tabakerhitzer glo Hilo, der in zwei Varianten und ausschließlich in Trafiken erhältlich sein wird. Flagshipstores wie beim Mitbewerber soll es keine geben, man verlässt sich auf Empfehlungen der Trafikantinnen und Trafikanten. Der Preis des Produkts steht aus wettbewerbsrechtlichen Gründen noch unter Verschluss.
BAT-Austria-Geschäftsführer Stephan Heyng stellt die neue glo Hilo bei einem Pressetermin in Wien vor.
„Sie wissen, das Segment war bislang von einem Mitbewerber exklusiv besetzt“, sagt Heyng ohne den Namen des Mitbewerbers zu nennen. Mit einer schnelleren Aufladezeit („in fünf Sekunden zum ersten Zug“), einer unendlichen Anzahl an Zügen und einem versiegelten Tabakstick, der ausschließlich mit den BAT-Produkten kompatibel ist und zu keiner Verschmutzung des Geräts führen soll, will man dem bisherigen Marktführer jetzt den Rang ablaufen.
Konkurrenzlos wird der neue Standard von Tabakerhitzern vermutlich nicht bleiben. Die Vermutung liegt nahe, dass auch andere Mitbewerber ab Juli Innovationen auf den österreichischen Markt bringen. Bei Japan Tobacco International (JTI) heißt es auf KURIER-Anfrage, dass dazu noch nichts gesagt werden könne. Philip Morris Austria wiederum begrüßt die mit 1. Jänner 2026 in Kraft getretenen regulatorischen Änderungen und bestätigt die Annahme, dass „im Laufe des Sommers mehrere Marktakteure neue Produkte einführen werden."
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