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Swatch und Audemars Piguet: Tagelang campieren für eine Plastikuhr

Swatch schafft es noch immer, dass Menschen vor den Shops tagelang campieren: Morgen gibt es dort die erste Audemars Piguet.
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Am Wiener Graben, Hausnummer 28, ist das Geschäft von Swatch. Davor campieren seit Mittwoch rund 25 Personen, weil sie auf eine Plastikuhr warten. Nicht irgendeine Swatch, sondern die Kooperation von Swatch mit Audemars Piguet. 

Die Idee ist bei Swatch nicht neu: eine Luxusuhr, zuvor Omega oder Blancpain, wird als Swatch nachgebaut. Sehr ähnlich, aber aus Swatch-Material, also Plastik. Die Idee von Nick Hayek jr. ging hervorragend auf, die Luxus-Omegas sind seit der ersten Stunde ein Verkaufsschlager, danach kam Blancpain, beide Marken aus dem Swatch-Konzern. Diesmal geht die Kooperation einen Schritt weiter. Audemars Piguet ist eine Fremdmarke, auch aus der Schweiz, gegründet 1875. Da haben sich also zwei große Namen zusammengetan.

Die "Royal Pop"-Kooperation von Audemars Piguet x Swatch verbindet zwei ikonische Uhren, zwei prägende Designepochen miteinander. Die Audemars Piguet Royal Oak, seit 1972 ein Klassiker des modernen Luxusuhren-Designs, designt von Gérald Genta, dem Mann, der der Nautilus und der Royal Oak ein Gesicht gab; und die farbenfrohen Swatch Pop Uhren der 1980er Jahre. Acht Swiss-Made-Bioceramic-Modelle umfasst die neue Kollektion, die es ab 16. Mai zu kaufen gibt.

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Audemars Piguet x Swatch

Ziel: Wiederverkauf

Diesen Verkaufsstart nützen vor allem internationale Gäste: die 25 Personen vor dem Swatch-Store in Wien sind mehrheitlich nicht Österreicher, sondern Gäste aus dem Ausland. Sie erhoffen sich eine Uhr - pro Person wird auch nur ein Exemplar abgegeben -, und den Weiterverkauf auf dem Sekundärmarkt. "Ich möchte sie verkaufen", sagt ein seit Tagen vor dem Geschäft Campierender. Er werde versuchen, auf dem Sekundärmarkt satte 1.500 Euro dafür zu bekommen.

Ein gutes Geschäft, wenn es denn aufgeht. Die Uhr kostet im Geschäft 400 oder 420 Euro, das wäre mehr als eine Verdreifachung auf dem Sekundärmarkt.

Wer die Szene beobachtet, weiß: Gerade in den ersten Tagen nach dem Launch sind solche "Privatpreise" durchaus drin. Auch bei der Swatch-Omega-Kooperation oder der Swatch-Blacpain-Kooperation waren die Preise auf dem Sekundärmarkt anfangs sehr hoch, die pendeln sich danach aber ein, etwas über dem Originalpreis.

Über den Sekundärmarkt sagte Nick Hayek in einem früheren Interview mit dem KURIER: "Ich mag Limitierungen generell nicht, weil man damit Kunden ausschließt. Wenn aber ein Produkt wie die MoonSwatch so sehr gesucht ist, und Leute ein zusätzliches Geschäft daraus machen wollen, kann man das leider nicht verhindern. Wir kommunizieren aber immer wieder nicht im Sekundärmarkt zu überteuerten Preisen zu kaufen, denn unsere Uhren sind nicht limitiert."

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Audemars Piguet x Swatch

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Audemars Piguet x Swatch

Die Uhr als Anhänger

Das Besondere der Uhr: Nach Belieben lässt sich die Uhr am Handgelenk tragen, um den Hals hängen oder oder als Taschenuhr irgendwo dranhängen. Möglich wird dies durch drei unterschiedlich lange Bänder aus Kalbsleder sowie eine Halterung, mit der sich die Uhr etwa auch als Tischuhr nutzen lässt. Offizielles Uhrband gibt es keines.

Unverkennbar bleibt das Design der Royal Oak: Die achteckige Lünette mit acht Schrauben, das ikonische "Petite Tapisserie"-Zifferblattmuster und der Satin-Schliff auf Gehäuse und Lünette wurden übernommen und in eine neue, farblich verspielte Formensprache übersetzt.

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