Steyr Motors will sich aufspalten

Steyr Motors will den operativen Betrieb in eine Tochtergesellschaft abspalten. Das soll strukturelle Voraussetzung für mehr Wachstum sein.
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Zusammenfassung

  • Vorstand der Steyr Motors AG beschließt Ausgliederung des operativen Betriebs in eine 100-prozentige Tochtergesellschaft.
  • Umstrukturierung zur strategischen Holding soll Wachstum und Expansion durch Übernahmen und neue Geschäftsfelder ermöglichen.
  • Zustimmung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung steht noch aus; immaterielle Vermögenswerte werden künftig separat gehalten.

Der Vorstand des oberösterreichischen Motorenherstellers Steyr Motors AG will den operativen Betrieb in eine 100-prozentige Tochter ausgliedern. Dieser Beschluss wurde am Dienstag gefasst, teilte das Unternehmen mit. 

Ziel sei die Umstrukturierung des Konzerns in eine strategische Führungs- und Steuerungsholding. Der Umbau muss in der ordentlichen Hauptversammlung der Steyr Motors AG am 10. April genehmigt werden. Mit einer Zustimmung vom Aufsichtsrat wird demnächst gerechnet.

Die beabsichtigte Trennung von Holding- und operativem Geschäft solle "die strukturellen Voraussetzungen" bieten, um die "Wachstums- und Expansionsstrategie" durch Übernahmen und Beteiligungen weiter zu verfolgen, besonders mit Blick "auf geplante Akquisitionen und den Ausbau neuer Geschäftsfelder sowie technologischer Lösungen", hieß es weiter. Wesentliche immaterielle Vermögenswerte (IP & Schlüsselvermögen) sollen künftig strukturell vom operativen Geschäft getrennt in separaten Gesellschaften gehalten werden.

5,8 Mio. Euro operativer Gewinn 

Steyr Motors hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 5,8 Mio. Euro abgeschlossen. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn bei 7,0 Mio. Euro. Für 2026 stellte das Management eine deutliche Steigerung der Profitabilität in Aussicht: Die EBIT-Marge soll auf mindestens 15 Prozent klettern, während sich der Umsatz auf bis zu 95 Mio. Euro beinahe verdoppeln könnte.

Die im Herbst gesenkte Prognose wurde damit am unteren Ende erreicht. Die operative Marge lag 2025 bei 11,9 Prozent (bereinigt: 14,5 Prozent). Die Differenz zwischen dem ausgewiesenen und dem bereinigten Gewinn resultiert laut Unternehmen vor allem aus Kosten für M&A-Beratung sowie Effekten aus der Börsennotiz und der Hauptversammlung. Der Umsatz legte um 16,4 Prozent auf 48,5 Mio. Euro zu, wobei der Rüstungsbereich ("Defense") mit 28,8 Mio. Euro den Löwenanteil beisteuerte.

Heuer beschleunigtes Wachstum erwartet

  Für das laufende Jahr 2026 rechnet CEO Julian Cassutti mit "beschleunigtem Wachstum bei gleichzeitig steigender Profitabilität". Neben der anvisierten Marge von über 15 Prozent soll der Umsatz massiv auf 75 bis 95 Mio. Euro anspringen. Grund dafür seien unter anderem Nachholeffekte aus zwei im Vorjahr verzögerten Rahmenverträgen sowie die Expansion in Asien und Nordamerika.

Zusätzliche Erträge verspricht sich der Konzern von neuen Geschäftsfeldern: Ab dem zweiten Halbjahr 2026 soll die Serienfertigung für mobile Stromaggregate anlaufen. Zudem positioniere man sich im Geschäft für unbemannte Wasserfahrzeuge (USV). Auch Zukäufe ("anorganisches Wachstum") stehen auf der Liste - hier befinde man sich teilweise bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.

Mittelfrist-Ziele bestätigt

An den mittelfristigen Zielen hält Steyr Motors fest: Bis 2027 sollen der Umsatz auf rund 140 Mio. Euro und das operative Ergebnis (EBIT) auf 40 Mio. Euro steigen. Das Unternehmen notiert seit Oktober 2024 an der Börse. Der ehemalige Haupteigentümer Mutares hat sich im November 2025 vollständig aus dem Unternehmen zurückgezogen. 

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