© dpa/Henning Kaiser

Anzeigenflut
11/26/2013

Steuersünder halten Finanz auf Trab

Mehr als 19.000 Meldungen gingen seit Inkrafttreten des Steuerabkommens mit der Schweiz ein.

Anfang dieses Jahres ist das Steuerabkommen zwischen Österreich und der Schweiz in Kraft getreten. Seitdem sind schon mehr als 19.000 Steuer-Meldungen bei den Finanzämtern eingelangt, berichtete das ORF-Radio. Fast die Hälfte davon stammt aus Vorarlberg, schätzt Jürgen Reiner, Präsident der Kammer der hiesigen Wirtschaftstreuhänder.

Diese Anzeigenflut bringt auch die Steuerberater im Land an ihre Grenzen. Zwar nehme nur etwa ein Drittel der Personen, die ihr Vermögen offenlegen, auch einen Steuerberater in Anspruch, schätzt Reiner - dennoch sind die meisten Steuerbüros Vorarlbergs derart ausgelastet, dass kaum mehr Neu-Kunden angenommen werden.

Und auch das Finanzministerium ist bei der Bearbeitung der Flut an Steuersündern gefordert. Bedarf an neuem Personal bestehe durchaus, hieß es aus dem Ressort. Im Moment werden jene Fälle, die mit Ablauf des Jahres zu verjähren drohen, in der Bearbeitung vorgezogen.

Laut Sprecherin Daniela Kinz wurde bisher ein Vermögen von rund 5,5 Milliarden Euro aus den 19.000 Meldungen offengelegt. Viele Meldungen stammen von Grenzgängern, Vorarlbergern, die seit Jahren in der Schweiz arbeiten und ihr Gehalt dort auf ein Konto bekommen. Daneben sind rund 4000 Selbstanzeigen bei den Finanzämtern eingelangt und aus der Schweiz schon 700 Millionen Euro an Einmalzahlungen überwiesen worden.

Einmalzahlung kommt teurer

Das Steuerabkommen trat Anfang 2013 in Kraft. Zuvor unversteuertes Geld aus Österreich auf Schweizer Konten soll dadurch versteuert werden. Dabei konnten sich die österreichischen Kunden bei Schweizer Banken entscheiden, ob sie ihr dort veranlagtes Kapital mittels einer Einmalzahlung versteuern, wobei das Konto weiterhin anonym bleibt, oder die Meldung ihrer Veranlagungen durch die Schweiz an Österreich in Kauf nehmen - was laut Abkommen dann als Selbstanzeige gilt.

Die Einmalzahlung beträgt 15 bis 30 Prozent, bei hohen Beträgen maximal 38 Prozent des Kapitals. Ungleich günstiger kommt laut Experten die freiwillige Meldung beim österreichischen Finanzamt, beziehungsweise die Selbstanzeige.

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