Neue Zahlen: Wofür die Österreicher ihr Geld ausgeben

Ein Durchschnittshaushalt gibt laut Statistik Austria im Monat 4.170 Euro aus. Das ist um rund 28 Prozent mehr als vor fünf Jahren.
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Ein durchschnittlicher Haushalt in Österreich wendet im Monat 4.170 Euro auf, geht aus der aktuellen Konsumerhebung 2024/25 der Statistik Austria hervor. Im Vergleich zur letzten Konsumerhebung vor fünf Jahren (2019/20) sind die Ausgaben um rund 28 Prozent gestiegen. 

Zum Vergleich: Die Preise legten in diesem Zeitraum laut Verbraucherpreisindex (VPI) um 26,9 Prozent zu, die kollektivvertraglichen Mindestlöhne laut Tariflohnindex (TLI) um 26,2 Prozent. Laut aktueller Konsumerhebung geben die Haushalte im Schnitt rund 920 Euro mehr aus als noch vor fünf Jahren. 

Wohnen und Energie Hauptausgaben

Wohnen und Energie machen dabei mehr als ein Viertel der Verbrauchsausgaben aus. Die Ausgaben dafür stiegen hier am stärksten, und zwar um 309 Euro. Es folgen Verkehr (13,6 Prozent), Ernährung und alkoholfreie Getränke (11,6 Prozent) sowie Freizeit, Sport und Kultur (11,4 Prozent).  

Die Konsumerhebung wird alle fünf Jahre von der Statistik Austria durchgeführt. Von April 2024 bis Mai 2025 nahmen 6.689 Haushalte daran teil. Das primäre Ziel der Erhebung sei "eine vollständige und detaillierte Erfassung der Ausgaben privater Haushalte", sagte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin. 

"Interessant" seien auch gewichtete Pro-Kopf-Ausgaben. Dabei werden die im Haushalt lebenden Personen gewichtet - die erste erwachsene Person bekommt die Gewichtung 1, jede weitere Person ab 14 Jahren 0,5 und Kinder unter 14 Jahren 0,3. Die sogenannten Äquivalenzausgaben betragen monatlich 2.760 Euro pro Kopf.

2,17 Personen im Durchschnitts-Haushalt

Die durchschnittliche Haushaltsgröße beträgt 2,17 Personen. Insgesamt gibt es rund 4,2 Millionen Haushalte in Österreich. "Natürlich ist es so, dass große Haushalte größere Haushalts- und Verbrauchsausgaben aufweisen als die kleinen Haushalte", sagte Lenk. So liegen die durchschnittlichen Haushaltsausgaben bei Einpersonenhaushalten bei 2.700 Euro, bei Haushalten mit vier oder mehr Personen bei 5.850 Euro. Allerdings sinken die Pro-Kopf-Ausgaben bzw. die Äquivalenzausgaben mit zunehmender Haushaltsgröße. So haben größere Haushalte mit vier oder mehr Personen rund 11 Prozent niedrigere Äquivalenzausgaben als Einpersonenhaushalte.

Erwerbstätigkeit entscheidend

Bei Einpersonenhaushalten zeigt sich bei der Erwerbstätigkeit der größte Unterschied. Erwerbstätige Alleinlebende wenden durchschnittlich 3.080 Euro monatlich auf und damit rund 27 Prozent mehr als Nicht-Erwerbstätige (2.430 Euro). Dabei sind ihre Ausgaben für Verkehr, Freizeit und Gastronomie gegenüber Nicht-Erwerbstätigen deutlich höher, die Anteile für Wohnen und Ernährung wesentlich niedriger.

Beim Geschlecht ist der Unterschied nicht so groß. Männer geben rund 3 Prozent mehr aus als Frauen. Es scheinen sich aber Klischees zu bestätigen. Die Ausgaben der Männer sind etwa in den Bereichen Verkehr, Werkzeuge, Alkohol/Tabak oder Gastronomie deutlich höher als bei Frauen, dafür wenden diese mehr für Körperpflege, Bildung, Pflanzen/Haustiere oder Gesundheit auf.

Unterschiede bei Land-Stadt

Da die Haushalte im ländlichen Bereich im Schnitt größer sind, weisen sie auch höhere Haushaltsausgaben auf. Mit 4.460 Euro monatlich liegen sie rund 7 Prozent über dem Österreichschnitt und 16 Prozent über Wien. Bei den Äquivalenzausgaben (also gewichteten Pro-Kopf-Ausgaben) ist der Unterschied nicht mehr so groß. Hier sind die Ausgaben von Haushalten im ländlichen Bereich fast gleich mit dem Österreichschnitt, Wien liegt um 2,4 Prozent darunter.

Im ländlichen Raum wird für die Anschaffung, Erhalt und Versicherung von Fahrzeugen (761 Euro) mehr als doppelt so viel aufgewendet wie in Wien (354 Euro). Umgekehrt verhält es sich beim Öffentlichen Verkehr. In Wien werden mit durchschnittlich 100 Euro das Vierfache im Monat dafür ausgegeben. Deutliche Unterschiede bei Stadt-Land gibt es auch in der Freizeit. Pro Kopf wenden Wiener Haushalte 361 Euro monatlich dafür aus und damit 35 Prozent mehr als Haushalte in ländlichen Gemeinden (267). Ausschlaggebend dafür sind vor allem die in der Freizeit enthaltenen Ausgaben für Urlaubsreisen.

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