Entrepreneurship Avenue: Diese Start-ups sollte man kennen
Wer eine gute Geschäftsidee hat, sollte schnell sein. Aus ihr könnte ja das nächste Runtastic, Bitpanda oder Refurbed werden. Um die Kreativität anzukurbeln, bietet die „Entrepreneurship Avenue“ Gründern Unterstützung an (mehr dazu im Kasten unten).
Investoren, Sponsoren und potenzielle Gründer kommen dort zusammen, um an Ideen zu feilen, aus denen später vielleicht erfolgreiche Start-ups werden. Beim finalen Wettbewerb, der im Mai stattgefunden hat, wurden drei Start-ups gekürt. Platz eins ging an GUTyou.
Beim mehrphasiges Programm kommen Menschen mit oder ohne eigene Gründungsidee zusammen, um Ideen zu entwickeln, zu schärfen und weiter auszuarbeiten. Studierende aller Universitäten, Fachhochschulen und Fachrichtungen werden dabei von Mentoren, Trainern und Speakern begleitet.
Den Abschluss bildet eine Konferenz an der WU Wien, bei der die besten Teams ihre Projekte vor Investoren und potenziellen Partnern pitchen – was neue Partnerschaften und Möglichkeiten eröffnet.
Für die Darmgesundheit
„Wir haben im März mit der Idee gestartet. Die Entrepreneurship Avenue hat uns sehr vorangebracht“, erzählt GUTyou-Gründerin Sophie Kasinger. Ihr liegt Darmgesundheit am Herzen. „Es geht um das unangenehme, aufgeblähte Gefühl und um Benommenheit, von der viele betroffen sind, über die aber nur wenige sprechen“, sagt sie und spricht aus eigener Erfahrung. „Mir wurde immer gesagt, dass es keine konkreten Lösungen für diese Symptome gibt, weil es kein akutes Problem ist. Also habe ich mich selbst eingelesen.“ Nach Jahren der Recherche fand sie Antworten und beschloss, sie für andere leicht zugänglich zu machen.
Mit der Plattform „GUTyou“ soll man künftig einen personalisierten Fahrplan mit Ernährungsempfehlungen, Erklärungen der persönlichen Mikrobiom-Ergebnisse und Rezeptvorschlägen erhalten. „Es geht auch um Prävention. Die Forschung zeigt Zusammenhänge zwischen der Darmgesundheit und chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Übergewicht und Parkinson“, erklärt sie. Kasingers fünfköpfiges Team besteht aus Data Scientists und Entwicklern, mit denen sie die App aufbereitet. „Wir sind noch in den Startlöchern, haben aber große Ziele.“
Für die Partysuche
Platz zwei ging an Circl – eine Party-App. Die Idee kam den Gründern an einem Abend, als sie ausgehen wollten – aber nicht wussten, wohin. „Wir dachten uns: Es wäre cool, eine Event-Übersicht zu haben“, sagt Co-Gründer Marco Gayer. Also nahm er es gemeinsam mit Sebastian Paar, Niklas Hochstöger, Leon Schießwald, Jan Görlich und Anna Fabrizy selbst in die Hand. Sie entwickelten Cricl, eine App, die einen personalisierten Event-Feed bietet – angepasst an den Musikgeschmack und die Art des Events. „Wir haben einen Algorithmus anhand von Interessen entwickelt, der Events in der Nähe vorschlägt“, erklärt Gayer.
Genau so würden die besten Ideen entstehen, erklärt er. „Indem man Probleme in der eigenen Welt erkennt und probiert, sie kreativ zu lösen.“ Die Circl-App wurde im Laufe der Entrepreneurship Avenue weiter ausgereift. „Wir sind noch nicht fertig gegründet. Aber seit dem 1. Mai sind wir im App Store.“ Schon am ersten Tag landeten sie auf Platz vier der meistheruntergeladenen Apps.
WU Ignite Ventures & KURIER starten eine Kooperation: Das Ziel ist es, die Ideen junger Gründer zu präsentieren und die Arbeit der heimischen Start-ups in den Medien
sichtbarer zu machen.
WU Ignite Ventures und der KURIER wollen Start-ups schon im frühen Gründungsstadium begleiten, ihnen eine Bühne bieten und Möglichkeiten zur Vernetzung geben. Der KURIER setzt dazu wöchentlich Schwerpunkte in der Berichterstattung.
Für die Orientierung
Christian Winkelbauer schließt aktuell sein Maschinenbaustudium an der TU Wien und sein Wirtschaftsstudium an der WU Wien ab. Parallel arbeitet er an seinem Start-up „Plyxis“: „Ich biete damit eine automatisierte Maschinenplanung und Asset-Management an. Ich sage also Lastern und Baggern in Minen und Steinbrüchen in Echtzeit, was sie wann tun sollen“, erklärt er.
Über sein Forschungsprojekt kam er auf die Idee. Er forschte im Rahmen seines Studiums zu Optimierungsalgorithmen. „Ich habe dafür eine Programmiersprache entwickelt, die Daten geordnet hat, und dachte: Jetzt habe ich diese Programmiersprache, kann man damit nicht auch etwas Sinnvolles machen?“ So kam er zur Entrepreneurship Avenue, und sein Projekt „Plyxis“ war geboren. Eine kreative Idee, die ihn auf den dritten Platz katapultierte.
Was als Nächstes ansteht? „Das weiß ich noch nicht. Ich bin erst 17 Jahre alt“, sagt er. In den kommenden Wochen muss er also noch seine Matura machen, damit er sein Studium im kommenden Semester beenden kann. Erst dann überlegt er, ob er ein Masterstudium starten oder wirklich seine eigene Firma gründen wird.
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