Spritpreise: Tanken war 2022 deutlich teurer
Zusammenfassung
- 2022 war das inflationsbereinigt teuerste Spritjahr, erstmals überschritt Diesel die 2-Euro-Grenze und Eurosuper war durchgehend günstiger als Diesel.
- Hauptursachen für die Preisschübe waren der Ukraine-Krieg und die Einführung der CO2-Bepreisung, begleitet von stark gestiegenen Raffineriemargen der Mineralölkonzerne.
- Vergangene Preisschocks gab es 2008 und 2012, 2023 sanken die Preise wieder deutlich unter die 2-Euro-Marke.
Diesel über zwei Euro der Liter, Superbenzin knapp darunter - für viele Autofahrer ein Preisschock, obwohl es nicht die erste Schockwelle ist. Ein Blick auf die inflationsbereinigten Preise zeigt: 2022 war es deutlich teurer, garniert mit einigen weiteren Premieren: Erstmals wurde an den Zapfsäulen die 2-Euro-Grenze überschritten, noch nie waren die Unterschiede zwischen Höchst- und Tiefstpreis so groß und erstmals war Eurosuper im gesamten Jahr deutlich günstiger als Diesel.
Energieexperten sprachen vom turbulentesten Spritpreisjahr seit der ersten Ölkrise im Jahr 1973. Auslöser für den Anstieg 2022 war der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine. Den Höchstpreis erreichte Diesel Mitte Juli 2022 mit 2,09 Euro, im Jahresschnitt kostete ein Liter Diesel 1,82 Euro. Neben dem Krieg in der Ukraine sorgte ab Oktober 2022 auch die Einführung der CO2-Bepreisung für einen Preisschub.
Preiskommission und BWB-Untersuchung
Ein Tempolimit zur Verbrauchsreduktion war aber auch schon damals unpopulär, demnach zeigten sich im Oktober 2022 rund 71 Prozent der Befragten bei einer Umfrage mit den aktuell 130 km/h auf Autobahnen zufrieden. Weitere Ähnlichkeiten zur heutigen politischen Diskussion sind ebenfalls 2022 auszumachen: Ende September wurde eine Sprit-Preiskommission vom damaligen Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) eingesetzt.
Zuvor hatte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ihre Erkenntnisse einer Branchenuntersuchung publiziert und dabei keinen Marktmissbrauch festgestellt, aber erhebliche Gewinnsprünge der Mineralölindustrie. Die Bruttoraffinierungsmargen der Mineralölkonzerne hätten sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs verdreifacht, hieß es im Sommer 2022.
2023 ging es dann mit den Zapfsäulenpreisen spürbar nach unten. Im März, ein Jahr nachdem der Spritpreis erstmals die 2-Euro-Marke geknackt hatte, war der Preis pro Liter Diesel um 38 Cent gesunken, für Eurosuper um 40 Cent.
Preisschub 2012
Ein Blick etwas weiter zurück zeigt den vorletzten Preisschub im Jahr 2012, dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise. "Das Jahr 2012 war das teuerste Spritjahr in der Geschichte", rechnete damals die Arbeiterkammer vor. Im Jahresdurchschnitt kostete Diesel 1,410 Euro pro Liter, Eurosuper 1,450 Euro pro Liter. 2013 ging es dann mit den Preisen wieder leicht bergab. Einen kräftigen Preisanstieg gab es auch 2008 im Zuge der weltweiten Finanzkrise, wobei es danach rasch und kräftig günstiger an den Tankstellen wurde.
Kommentare