Vorbereitung für Börsengang: Musk legt SpaceX und xAI zusammen

SpaceX Super Heavy Rakete beim Take-Off.
Der Milliardär will mit dem fusionierten Unternehmen Rechenzentren im Weltall bauen. Es könnte noch heuer an die Börse gehen.

Zusammenfassung

  • Elon Musk fusioniert SpaceX und xAI per Aktientausch, um KI-Finanzierung zu sichern und den SpaceX-Börsengang vorzubereiten.
  • Die neue Superfirma soll Rechenzentren im All, Marsbesiedlung und Expansion ins Universum ermöglichen, mit einer Bewertung von 1,25 Billionen Dollar.
  • xAI kämpft mit Problemen wie missbräuchlicher Nutzung des Chatbots Grok, während verschiedene IPO-Szenarien für SpaceX geprüft werden.

Elon Musk hat die Raumfahrtfirma SpaceX und sein KI-Unternehmen xAI zusammengelegt und hat große Pläne. Die reichen von Rechenzentren im All bis zur Besiedelung des Mars und letztlich zur „Expansion ins Universum“, wie der Tech-Milliardär ein einem Blog-Eintrag ausführte.

Hintergrund der über einen Aktientausch vollzogenen Fusion dürften neben einer Finanzspritze für die KI-Firma auch Vorbereitungen für den noch für heuer kolportierten Börsengang von SpaceX sein.

Die Fusion sehe wie eine bewusste IPO-Architektur aus, wird der auf Weltraumtechnologie spezialisierte Analyst Ali Javaheri von Pitchbook vom deutschen Handelsblatt zitiert . Sie verlagere die Bewertung von einem Raketenunternehmen hin zu einem Kritische-Infrastruktur- und Plattformgeschäft

Geld für Künstliche Intelligenz

Der Deal soll es Musk auch ermöglichen, sein KI-Unternehmen, das neben dem Chatbot Grok seit März auch die Plattform X (früher Twitter) umfasst, mit Geld von SpaceX zu versorgen. Der Kapitalbedarf für Rechenzentren und die Weiterentwicklung der KI-Modelle ist enorm. Die von dem Unternehmen geplante Verlagerung von Datenzentren ins All dürfte so schnell keine ernsthafte Alternative darstellen. 

SpaceX und zuletzt auch der ebenfalls von Musk geführte Elektroauto-Hersteller Tesla steckten in Finanzierungsrunden bereits jeweils zwei Milliarden Dollar in xAI und bekamen dafür Beteiligungen. SpaceX ließ sich die Übernahme von xAI laut The Information  250 Milliarden Dollar kosten. Die kombinierte Superfirma aus Raumfahrt und KI solle insgesamt mit 1,25 Billionen Dollar bewertet werden, schrieb zuvor bereits der Finanzdienst Bloomberg. 

Rechenzentren im All

Eine Schlüsselrolle beim Aufbau von Rechenzentren im All soll die SpaceX-Rakete Starship spielen, die größere Lasten in die Umlaufbahn bringen kann. In dem Blog-Eintrag fabulierte  Musk von stündlichen Starts der Starship-Raketen mit jeweils 200 Tonnen Nutzlast. Damit werde man Millionen Tonnen Technik starten. Den Strom sollen solche Rechenzentren nach Musks bereits bekannten Vorstellungen aus Sonnenenergie beziehen. 

Die Weltraumfantasie des Milliardärs umfasst auch Fabriken auf den Mond, in denen Satelliten gebaut werden. Dort arbeiten könnten die humanoiden Roboter von Tesla, die unter widrigen Bedingungen einsetzbar sein sollen. Letztlich solle damit auch die Besiedelung des Mars und die „Expansion ins Universum“ ermöglicht werden, schreibt Musk. 

Nacktbilder vom Chatbot

Vorerst hat xAI allerdings mit weit profaneren Problemen zu kämpfen. Der Chatbot Grok des Unternehmens konnte auch dazu verwendet werden, um sexualisierte Bilder von Personen zu erstellen. Die Funktion wurde zwar zuletzt eingeschränkt. Die EU-Kommission hat ein Verfahren eingeleitet

Szenarien für Börsengang

Bei SpaceX wurden für den geplanten Börsengang auch bereits weitere Szenarien durchgespielt. Darunter ein Zusammenschluss mit Tesla. Der wurde ebenso wieder verworfen, wie eine Ausgliederung und ein vorgezogener Börsengang des Satelliteninternet-Unternehmens Starlink

SpaceX ist seit Jahren praktisch unverzichtbar für das US-Raumfahrtprogramm. Auch die Europäische Weltraumagentur ESA arbeitet mit dem Raumfahrtunternehmen u. a. bei Satellitesstarts zusammen.  Musk hält nach bisherigen Informationen einen Anteil von rund 40 Prozent an den Unternehmen.

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