© Kurier/Gerhard Deutsch

Wirtschaft
03/18/2021

Semperit im Coronajahr 2020 mit Gewinn- und Umsatzrekord

Gummiverarbeiter profitierte im Coronajahr von Sonderkonjunktur bei Schutzhandschuhen.

Der börsennotierte Gummiverarbeiter Semperit Holding hat nach dem Verlustjahr 2019 im abgelaufenen Jahr 2020 historische Rekorde bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Unterm Strich blieb ein Nettogewinn von 194,6 Mio. Euro, nach 44,9 Mio. Verlust davor. Operativ wurde das EBITDA von 67,8 Mio. auf 208,6 Mio. Euro verdreifacht das EBIT von negativen 16,5 Mio. auf 237,8 Mio. Euro gedreht. Für das Betriebsergebnis (EBIT) hatte der Vorstand zuletzt 230 bis 255 Mio. Euro angestrebt.

Profitiert hat Semperit im schwierigen Coronajahr von einer "Sonderkonjunktur" bei medizinischen Schutzhandschuhen. Das habe dem Unternehmen den Rücken gestärkt und zu einer außergewöhnlich hohen Gesamtrentabilität geführt, erklärte CEO Martin Füllenbach am Donnerstag. Deshalb legte im Sektor Medizin der Umsatz um 53,1 Prozent auf 449,2 Mio. Euro zu, während er im Sektor Industrie um 12,6 Prozent auf 478,4 Mio. zurückging. Insgesamt wuchs der Konzernumsatz um 10,4 Prozent auf 927,6 Mio.

Medizinsparte wird bleiben

Angesichts der guten Umsätze im Sektor Medizin bekräftigte der Vorstand am Mittwoch, dass es derzeit keine Veranlassung gebe, die beschlossene und weiterhin geplante Trennung vom Medizingeschäft umzusetzen - schon im September wurde erklärt, dass man diese Sparte dank des guten Geschäfts in der Pandemie länger behalten wolle. Das vorübergehende Ziel sei, so lange und so umfassend wie möglich von den attraktiven Ergebnisbeiträgen aus dem Medizingeschäft zu profitieren, hieß es heute. Dabei sei man sehr zuversichtlich, dass die pandemiebedingt positiven Effekte im Medizingeschäft auch 2021 anhalten werden.

Wegen der guten Vorjahreszahlen will Semperit - nach drei dividendenlosen Jahren - 1,50 Euro je Aktie für 2020 ausschütten, das ist seit Mitte Februar bekannt. Kernaktionär von Semperit ist die B&C Holding, die auch die Mehrheit an AMAG und Lenzing hält. Knapp 46 Prozent befinden sich im Streubesitz.

Leichtes Plus bei Mitarbeiterstand

2021 soll das EBITDA der Gruppe im Gesamtjahr bei rund 395 Mio. Euro liegen und damit signifikant über dem Vorjahr. Abhängig sei diese Prognose aber insbesondere von der rechtzeitigen Verfügbarkeit nötiger Rohstoffe sowie deren Preisentwicklung, den Verkaufspreisen für medizinische Schutzhandschuhe im Jahresverlauf sowie einer hinreichenden Containerverfügbarkeit zur Auslieferung der Erzeugnisse der Gruppe, wird betont. Im Sektor Industrie wird eine erkennbare Markterholung erwartet.

Der Semperit-Mitarbeiterstand lag 2020 mit 6.943 leicht über dem Jahr davor (6.902).

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.