Investmentfonds mit sozialem Mehrwert
Finanziell vorsorgen und dabei zugleich Gutes tun. Dieses Modell verfolgen sogenannte Spendenfonds. Bei diesen fließt ein Teil der Einnahmen bzw. Erträge in sozial-ökologische Zwecke. Das deutsche, gemeinnützige Fair Finance Institute hat nun erstmals eine Marktanalyse zu dieser Untergruppe an Investmentfonds erstellt.
Demnach sind im deutschsprachigen Raum 36 der Fonds mit Spendenkomponente zugelassen. Diese vergaben bisher 28 Millionen Euro an gemeinnützige Organisationen und Projekte, vor allem in den Bereichen Bildung, UN-Nachhaltigkeitsziele, Kinderförderung sowie Klima- und Umweltschutz. „Häufig profitieren kleinere Akteure und Projekte von diesen Mitteln, in einzelnen Fällen auch große und bekannte gemeinnützige Organisationen“, heißt es in der Studie.
Spendenanteile
Die österreichische Security KAG ist mit sieben untersuchten Fonds am häufigsten in dem Segment vertreten. Bei Investments in die Social Tranches ihrer nachhaltigen Apollo-Fonds fließt ein bestimmter Teil des investierten Kapitals (ein bis drei Prozent) in einen Fördertopf, der gezielt ökologische, soziale und wissenschaftliche Projekte unterstützt. „Über die Social Tranches möchten wir mit unseren Fonds nicht nur eine finanzielle Rendite erzielen, sondern auch aktiv zur Umsetzung nachhaltiger Projekte beitragen und den gesellschaftlichen Mehrwert von Investments weiter ausbauen“, sagt Security KAG-Vorstand und Chief Investment Officer Alfred Kober. Das Volumen-Modell ist am weitesten verbreitet.
Daneben gibt es noch drei weitere Kostenvarianten. Beim ebenfalls häufigen Gebühren-Modell wird die Spende als Anteil aus der Verwaltungsgebühr berechnet. Weiters gibt es das Performance-Modell, gemessen als Anteil der Performance-Gebühr. Hier fließen die Gelder nur dann, wenn auch die Performance-Fee fällig wird. Und beim Ertragsmodell können Anlegerinnen und Anleger selbst entscheiden, ob sie ganz oder teilweise auf ihre Erträge verzichten, damit ein gewisser Betrag gemeinnützigen Zwecken zufließen kann.
Harald Kober.
Bei den meisten Fonds teilen sich Anbieter und Anleger die Spenden. Bei einigen Produkten ist nur eine der beiden Seiten Spender. Die Mittel fließen in unterschiedliche und auch kleinere Initiativen, die etwa Projekte in Bereichen wie Klimaschutz oder Krebsbekämpfung unterstützen. Einige Fondsanbieter nutzen hierfür eigene Stiftungen. Bei anderen Fonds liegt der Fokus weniger auf konkreten Spendenzwecken, sondern auf gemeinnützigen Organisationen wie Kindernothilfe, UNICEF oder WWF.
Die Studie ging auch der Frage nach, ob Spendenfonds mit höheren Gebühren verbunden sind als vergleichbare Fonds ohne eine solche Komponente. Hierfür wurde auf Daten des Finanzdienstleisters Morningstar zum Stand Januar 2026 zurückgegriffen. Die Ergebnisse zeigen, dass knapp 45 Prozent der untersuchten Anteilsklassen eine unterdurchschnittliche oder niedrige Gebührenstruktur aufweisen und 19 Prozent eine durchschnittliche. Etwas mehr als ein Drittel ist hingegen mit überdurchschnittlichen oder hohen Gebühren verbunden.
Die Performance im Vergleich mit anderen Investmentfonds wurde nicht untersucht. Sie dürfte aber – zumindest im Vergleich zu herkömmlichen nachhaltigen Fonds – ähnlich sein.
Fondsverantwortliche
Für die Studie wurden auch 16 Fondsverantwortliche interviewt. Mit Blick auf den Vertrieb zeigte sich, dass die Spendenkomponente weniger als Verkaufsargument gesehen wird, sondern eher als positiver Faktor für die Reputation des Anbieters insgesamt. Hauptzielgruppe sind den Aussagen aus den Interviews zufolge zwar vor allem Privatanlegerinnen und Privatanleger. Aber es werden durchaus auch verschiedene institutionelle Investoren angesprochen, die wiederum selbst Interesse zeigen.
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