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Wirtschaft
06/10/2021

Raiffeisen-Manager Hameseder: "Ich sehe keine Pleitewelle"

Erwin Hameseder, Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, bezeichnet die wirtschaftliche Lage als stabil.

von Wolfgang Unterhuber

Für Erwin Hameseder, Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, hat die österreichische Wirtschaft die Covid-Krise bisher relativ gut überstanden.

Vorausgesetzt die Pandemie und die Lockdowns würden nicht zurückkehren, stehe für heuer einer raschen Erholung nichts im Wege.

Lage ist stabil

Speziell aus Sicht der Banken habe man die Entwicklung natürlich besonders scharf im Auge, so der Manager. Man habe im Vorjahr die nötigen Vorsorgen getroffen, sehe jedoch derzeit nirgendwo eine dramatische Entwicklung.

Fazit für Hameseder: „Ich sehe keine Pleitewelle auf uns zurollen.“ Es werde bei den Insolvenzen natürlich vereinzelt Nachzieheffekte geben, doch sei die Lage insgesamt stabil.

Die massiven Staatshilfen waren aus Sicht von Hameseder richtig. Genauso wie deren nun schrittweises Zurückfahren bzw. etwaige Verlängerungen wie bei der Kurzarbeit.

Mitarbeiter gesucht

Positiv ist auch, dass bei den Unternehmen der Raiffeisen Holding NÖ-Wien bereits wieder dringend Mitarbeiter gesucht werden.

Selbst im Krisenjahr 2020 wurden keine Mitarbeiter abgebaut, sondern zusätzliche aufgenommen.

Das geht auch aus dem aktuellen Wertschöpfungsbericht 2020 der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien hervor.

Erstellt wurde der Bericht vom Wirtschaftsforschungsinstitut Economica. Dabei geht es um volks- und regionalwirtschaftliche Verflechtungen.

Umfangreiches Portfolio

So braucht zum Beispiel eine Bank Strom, Telefon, Bürobedarf, Reinigungsdienstleistungen und anderes.

Und bevor Lebensmittel erzeugt werden können, braucht es eine Aussaat beim Landwirt. Von dessen Ausgaben wiederum profitiert die regionale Wirtschaft vor Ort und so weiter.

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Fazit: Der gesamte in der Studie berechnete Bruttowertschöpfungsbetrag von Raiffeisen NÖ-Wien erreichte laut Economica 2019 den Rekordwert von 2,3 Milliarden Euro und ging im schweren Krisenjahr 2020 nur um 6,5 Prozent auf rund 2.150 Milliarden Euro zurück.

Die regionale Wertschöpfung sticht besonders ins Auge: „Jeder 83. Euro, der in Niederösterreich oder Wien erwirtschaftet wird, lässt sich auf die Unternehmensgruppe der Holding zurückführen“, so Economica-Studienautorin Anna Kleissner.

21.800 Arbeitsplätze

Zurück zu den Jobs: Raiffeisen NÖ-Wien steht für 21.800 Arbeitsplätze (2020). Das wäre fast schon das halbe Ernst-Happel-Stadion in Wien. 

Auffallend ist laut Kleissner dabei der hohe Anteil an Vollzeitkräften. 10 Jobs in der Unternehmensgruppe entsprechen neun Vollzeit-Arbeitskräften (Österreich-Schnitt: 7,6).

Und: Zwei Arbeitsplätze in der Unternehmensgruppe sichern laut Studie insgesamt drei weitere Jobs in Österreich ab.

Und wie ist es mit den Investitionen? Selbst im Krisenjahr 2020 betrug das Investvolumen innerhalb der Unternehmensgruppe 277,1 Millionen Euro.

Das ist höher als der jährliche durchschnittliche Investitionsbetrag von 2010 bis 2019 – der lag bei 199 Millionen.

 

Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien ist eine der größten privaten Beteiligungsholdings in Österreich.

Das Portfolio der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien umfasst neben dem Geschäftsfeld Banken (RLB NÖ-Wien, RBI) die Branchen Agrar (z.B. Agrana, NÖM, Leipnik Lundenburger), Infrastruktur (z.B. Strabag) und Medien (z.B. KURIER).

25 Milliarden Euro macht das gesamte Umsatzvolumen der Unternehmen der Raiffeisen NÖ-Wien-Gruppe aus.

Schränkt man das auf die Unternehmen mit Sitz in Österreich ein, dann stehen die Unternehmen der Gruppe noch immer für einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro.

140.000 Beschäftigte zählen alle Unternehmen bzw. Beteiligungen von Raiffeisen NÖ-Wien weltweit.

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