Wirtschaftliches Schwergewicht: Raiffeisen sichert 102.000 Jobs

Das gelbe Raiffeisenbank-Logo an einer Fassade.
Das Economica-Institut hat die Wertschöpfung der Unternehmensgruppe untersucht.

Zusammenfassung

  • Die Raiffeisen-Gruppe sichert in Österreich über 102.000 Arbeitsplätze und leistet einen gesamtwirtschaftlichen Beitrag von 14,7 Milliarden Euro.
  • Von 2018 bis 2024 investierte Raiffeisen 6,41 Milliarden Euro, wobei die Investitionen vor allem den Regionen zugutekommen.
  • Raiffeisen betreibt rund ein Drittel aller Bankomaten in Österreich und gewährleistet eine flächendeckende Bargeldversorgung.

Man spreche oft über spektakulär gewachsene Unternehmen, etwa die US-Technologieriesen, die maßgeblich zur US-Wirtschaft beitragen. Für die österreichische Volkswirtschaft habe die Raiffeisen-Gruppe mindestens genau so eine Funktion, sagte der Ökonom Christian Helmenstein. Sein Economica-Institut hat die Wirtschaftskraft von Österreichs größter Unternehmensgruppe untersucht. 

Die Zahlen können sich sehen lassen. 14,7 Milliarden Euro betrug 2024 der gesamtwirtschaftliche Beitrag der Raiffeisen Gruppe in Österreich. Die Wertschöpfung entspreche damit  drei Viertel der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe. 5,2 Milliarden Euro wurden direkt oder indirekt an Steuern und Abgaben geleistet. 

Berücksichtigt wurden neben den Raiffeisen Banken, Lagerhaus-Genossenschaften und Raiffeisen Ware auch die Beteiligungen  entsprechend der Anteile. Neben der Agrana, der NÖM, der Strabag und der voestalpine gehört u. a. auch der KURIER dazu. 

Insgesamt sicherte Raiffeisen in Österreich laut der Studie mehr als 102.000 Arbeitsplätze. Das entspricht  so vielen Menschen, wie Klagenfurt Einwohner hat. Direkt sind mehr als 65.800 Personen bei der Gruppe beschäftigt.

Milliardeninvestitionen

Von 2018 bis 2024 wurden hierzulande insgesamt 6,41 Milliarden Euro von Raiffeisen investiert. Wertschöpfungswirksam davon wurden etwas mehr als vier Milliarden Euro. Die Investitionen im vergangenen Jahr seien in der Studie noch nicht erfasst, sagte Raiffeisen-Generalanwalt Erwin Hameseder. Sie seien aber nicht zurückgegangen. 

Entscheidungen würden bei Raiffeisen vor Ort getroffen, Investitionen  ebenso den Regionen zugutekommen, betonte der Generalanwalt. Man sehe auch die Verpflichtung, einen Beitrag zur Grundversorgung der Bevölkerung zu leisten. 

Bargeldversorgung

Als ein Beispiel wurde die Bargeldversorgung genannt. 2.700 oder rund ein Drittel der insgesamt 8.500 Bankomaten in Österreich sind Raiffeisen zuzurechnen. Man werde nie einen Bankomaten zusperren, der genutzt werde, versicherte Hameseder. 

Bei den Bankstellen habe es einen Rückgang gegeben, der auf verändertes Kundenverhalten und die zunehmende digitale Abwicklung von Bankgeschäften zurückgeführt werden könne, führte der Generalsekretär des Raiffeisenverbands, Johannes Rehulka, aus. 91 Prozent der Bevölkerung könnten die nächste Raiffeisenbankstelle  aber in weniger als fünf Minuten erreichen.

Erhoben wurde in der Studie auch der ökonomische Fußabdruck der Raiffeisen Banken. Die direkte Wertschöpfung betrug 2024 knapp 5,5 Milliarden Euro. Mehr als 35.322 Menschen waren bei den acht Landesbanken und der RBI in Österreich beschäftigt. Das ist mehr als im Jahr davor. 2023 waren es  33.489. 

Der Bankensektor habe sich in Österreich generell erfreulich entwickelt, sagte Ökonom Helmenstein – entscheidend für die Erholung der Wirtschaft, weil Finanzierungsmöglichkeiten gegeben seien. 

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