Wirtschaft
16.01.2019

Plastiksackerlverbot? Ein Plädoyer für Kunststoff

Hubert Culik, Präsident der Chemischen Industrie, wehrt sich gegen Verteufelung von Kunststoff.

„Tatsache ist, dass Kunststoff ein sehr wertvoller Werkstoff ist.“ Hubert Culik, CEO der Helios Group und Obmann des Fachverbandes der Chemischen Industrie, beurteilt das von der Bundesregierung ausgerufene Verbot von nicht abbaubaren Plastiksackerln ab dem Jahr 2020 mit gemischten Gefühlen. Vor allem, weil da auch eine allgemeine Stimmung gegen die Verwendung von Kunststoff mitschwingt, wie Culik in der KURIER-Serie „Warum eigentlich ...?“ auf SchauTV erklärte.

Recycling statt Verbot

Warum es nun zu dem Verbot von Plastiksackerln gekommen ist, liegt für ihn auf der Hand: „Weil man die Bilder der verseuchten Weltmeere sieht.“ Aber: „Es ist nicht ein Werkstoffproblem, es ist ein Abfallproblem.“ Recycling müsste deswegen noch mehr in den Vordergrund gerückt werden. Obmann Hubert Culik: „Wir als Chemische Industrie verfolgen sehr stark den Recycling-Gedanken. Es gibt viele Initiativen, um Kunststoff in vielen Stufen zu nutzen.“ Entsorgt werden sollte das Material erst dann, wenn es tatsächlich nicht mehr genutzt werden kann.

Für ihn sind „das Plastiksackerl oder die Thematik der Wattestäbchen“ nur Randthemen, „die man lösen kann“. Wenn man noch mehr auf die Abfallverwertung schaut.

Kunststoff jedenfalls sei aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Culik: „Bitte nicht das Produkt Kunststoff verteufeln. Es sind hochwertige Materialien, ohne die wir nicht mehr existieren könnten.“ Nachsatz: „Man sollte vielleicht versuchen, einen anderen Namen dafür zu finden.“