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Wirtschaft
01/18/2021

Pkw-Neuzulassungen sind um ein Viertel eingebrochen

Die Zahl der mit alternativen Kraftstoffen betriebenen Pkw legte um fast das Doppelte auf 50.060 Fahrzeuge zu.

Die Automobilwirtschaft hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Zahlen dazu hat die österreichische Automobilwirtschaft ‐ Automobilimporteure und Fahrzeughandel ‐ heute, Montag, gemeinsam mit der Statistik Austria im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz
 

„Die COVID‐19‐Pandemie beeinflusst auch die Kfz‐Industrie maßgeblich. Die  Pkw‐Neuzulassungen sind 2020 um ein Viertel zurĂŒckgegangen“, sagt Peter Laimer von der Statistik Austria: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 248.740 Pkw neu zugelassen, was einem RĂŒckgang von 24,5 Prozent gegenĂŒber 2019 entspricht.

„WĂ€hrend sich die Zulassungszahlen benzin‐ und dieselbetriebener Pkw deutlich rĂŒcklĂ€ufig entwickelten, legte die Zahl der mit alternativen Kraftstoffen betriebenen Pkw um fast das Doppelte auf 50.060Fahrzeuge zu“, erlĂ€utert Laimer weiter. Diese Zunahme ist zum ĂŒberwiegenden Teil auf Benzin‐Hybrid‐PkwzurĂŒckzufĂŒhren +105,5 Prozent auf 25.380 FahrzeugeïŽż, ausschließlich elektrisch betriebene Pkw verzeichneten einen Zuwachs von 72,8 Prozent auf 15.972 Fahrzeuge.

„Neuzulassungen einspuriger Kfz lagen im Jahr 2020 mit 46.099 Fahrzeugen um
13,4 Prozent ĂŒber dem Vorjahreswert und damit wiederum vor den Lkw
‐Neuzulassungen, die mit 40.042 gegenĂŒber 2019 um 16,7 Prozent zurĂŒckgingen“, fĂŒhrt Peter Laimer aus.

 

Entwicklung dramatisch

GĂŒnther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, nennt in erster Linie die Corona‐Pandemie und die damit verbundene, anhaltendschlechte Wirtschaftslage sowie die schwierigen politischen Rahmenbedingungen mit permanenten Steuererhöhungen als GrĂŒnde fĂŒr den Einbruch am Automarkt.

„All diese Faktoren haben zusammen zum schlechtesten Jahr fĂŒr die Automobilwirtschaft seit 33 Jahren gefĂŒhrt“, sagt Kerle. Diese Entwicklung sei dramatisch, da die Automobilwirtschaft eine Leitbranche der produzierenden Wirtschaft in Österreich ist und fĂŒr 315.000 ArbeitsplĂ€tze sorgt. „Wir mĂŒssen leider davon ausgehen, dass auch 2021 ein schwieriges Jahr wird. Um die Lage am Automarkt zu stabilisieren, dĂŒrfen jedenfalls keine neuen finanziellen Belastungen fĂŒr Unsicherheit sorgen. Stattdessen sollten wir auf Maßnahmen setzen, die den Markt ankurbeln.

DarĂŒber hinaus sollte eine VerlĂ€ngerung der InvestitionsprĂ€mie angedacht werden, die als Corona‐Maßnahme einen positiven Input gebracht hat.

"GrundsĂ€tzlich wĂŒnschen wir uns, dass es zwischen Politik und Wirtschaft wieder mehr zu einem Miteinander kommt und wir uns wegbewegen von der Bestrafungspolitik und der rein ideologischen Politik, wie wir es derzeit hĂ€ufig erleben. Sowohl die Wirtschaftskrise als auch Fragen der Klimapolitik werden wir nur dann lösen, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagt Kerle.
FĂŒr 2021 rechnet Kerle zumindest im Bereich der elektrifizierten Fahrzeuge erneut mit einem großen Aufschwung, von Seiten der Hersteller sei jedenfalls ein wahres Produktfeuerwerk zu erwarten.

„Nach einem fĂŒr unsere Branche enttĂ€uschenden Jahr 2020 heißt es jetzt nach vorne blicken“, resĂŒmiert der Obmann des Bundesgremiums des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer Österreich, Klaus Edelsbrunner, anlĂ€sslich der Bekanntgabe der Kfz‐Zulassungszahlen. Auch der Start ins neue Jahr sei fĂŒr den Fahrzeughandel bis jetzt eher stotternd verlaufen: „Der Lockdown im normalerweise zulassungsstarken JĂ€nner trifft unsere Branche voll.

Was die Unternehmen jetzt brauchen, sind Planbarkeit und klare Perspektiven, um ins FrĂŒhjahr starten zu können“, unterstreicht der Branchensprecher. Die Kundennachfrage sei derzeit noch schwach. Auch die Entwicklung des Gebrauchtwagenhandels sei 2021 schwierig, so Edelsbrunner. Belastend wirken die laufenden Kosten fĂŒr die Gebrauchtwagenlager, zudem steige allgemein die Insolvenzgefahr, da auch die gestundeten Steuern bezahlt werden mĂŒssten.
Edelsbrunner kritisiert auch die NoVA
‐Erhöhung bzw. EinfĂŒhrung fĂŒr leichte Nutzfahrzeuge ab 1.Jul.2021

„Generell sind Steuererhöhungen wie diese Gift fĂŒr den Markt, bringen aber auch der Umwelt nichts, weil alte ‐ und damit schadstoffreichere ‐ Fahrzeuge einfach lĂ€nger auf der Straße bleiben. Eine NoVA fĂŒr Kleintransporter ist nur eine Zusatzbelastung fĂŒr die Wirtschaft“, betont Edelsbrunner abschließend und verweist darauf, dass die NoVA seinerzeit als Ersatz der „Luxussteuer“ eingefĂŒhrt wurde.

 

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