Peter Sidlo, Kurzzeit-Finanzvorstand der Casinos Austria.

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
03/25/2021

Peter Sidlo erneut einvernommen

Der Kurzzeit-Finanzvorstand der Casinos Austria fordert die Auszahlung seinen Vertrags.

Der FPÖ-nahe Kurzzeit-Finanzvorstand der Casinos Austria (Casag), Peter Sidlo, ist am Donnerstag am Handelsgericht Wien ein zweites Mal befragt worden, nachdem seine erste Einvernahme im Februar unterbrochen worden war.

Sidlo klagt seinen Ex-Arbeitgeber auf 2,3 Mio. Euro. Er fordert von den Casinos Austria, ihm sĂ€mtliche GehaltsansprĂŒche samt Boni in vollstĂ€ndiger Höhe fĂŒr die gesamte Laufzeit des Vorstandsvertrags auszuzahlen. Auch erste Zeugen waren geladen.

Thematisiert wurde unter anderem ein Mittagessen am 26. MĂ€rz 2019 von Sidlo mit Stepan Dlouhy, einem Vertreter des tschechischen Casinos-AktionĂ€r Sazka. Auch Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus hatte am selben Tag ein Treffen mit dem Sazka-Mann. Sidlo und Gudenus tauschten sich dazu per WhatsApp aus, wie aus den Chat-Protokollen im Strafakt hervorgeht.

FĂŒr die von Sidlo eingeklagten GehaltsansprĂŒche relevant ist auch sein aktuelles Einkommen. Sidlos Anwalt wollte die Frage nach dem Einkommen seines Mandanten nicht zulassen, blitzte mit seinem Einwand, dass dies den höchstpersönlichen Lebensbereich betreffe, bei der Richterin aber ab. Sidlo sagte, er habe seit ungefĂ€hr einem Jahr ein "unregelmĂ€ĂŸiges, nicht sehr hohes Einkommen" als Unternehmensberater. Der Umsatz liege bei 3.000 bis 5.000 brutto monatlich.

Eine Chance, wieder in die Position eines Finanzvorstands zu kommen, sieht Sidlo vorerst nicht. Er habe GesprĂ€che mit Personalberatern gefĂŒhrt, es wĂŒrden ihm aber alle sagen, dass, solange die strafrechtlichen Ermittlungen laufen und er nicht gĂ€nzlich entlastet sei, es keinen Sinne mache, sich fĂŒr derartige Positionen zu bewerben.

Zeugenaussagen wenig ergiebig

Als Zeugen geladen waren die AnwĂ€ltin Elisabeth Stern, die fĂŒr Novomatic von 2018 bis 2020 im Casinos-Aufsichtsrat saß und der Anwalt Georg Schima, der fĂŒr die Casinos Austria AG rund um die Causa Sidlo einen Untersuchungsbericht fĂŒr den Aufsichtsrat erstellte.

Stern ließ damit aufhorchen, dass sie sagte, Sidlo sei suspendiert bzw. dienstfreigestellt worden, sagte dann aber: "Urlaub könnte es auch gewesen sein". Sidlo war im September 2019 als die VorwĂŒrfe bekannt wurden, auf Urlaub gegangen. Stern verwies darauf, dass dienstrechtliche Angelegenheiten Sache des AufsichtsratsprĂ€sidiums waren, dem sie nicht angehörte. Auch Schima konnte zum Prozess wenig beitragen, da er von den Casinos Austria nicht von seiner Verschwiegenheitspflicht entbunden worden ist.

Der Prozess geht am 29. April weiter. Als Zeugen geladen werden Casinos-Chefin Bettina Glatz-Kremsner und Ex-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner. Sidlos Anwalt wollte ursprĂŒnglich auch Ex-Novomatic-Chef Harald Neumann laden, verzichtete am Donnerstag aber darauf, da dieser in Australien und damit nicht greifbar sei.

Jederzeit und ĂŒberall top-informiert

UneingeschrÀnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare