Meinl-Reisinger am Golf in wirtschaftlicher Mission unterwegs
Nach den jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump in der Grönland-Frage und anderen schwelenden Handelskonflikten, etwa mit China, bemühen sich EU-Vertreter intensiver um neue Handelspartner in aller Welt.
So sollte am Dienstag ein EU-Handelspakt mit Indien von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Neu Delhi unterzeichnet werden. Und auch Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ist in wirtschaftlicher Mission unterwegs.
Heuer führt sie ihre erste mehrtägige Reise außerhalb Europas ab Montag in die Golfregion. Oman, Saudi-Arabien und Abu Dhabi sind die Ziele. Die Region zählt zu den dynamischsten Wachstumsräumen weltweit. Meinl-Reisinger sagte im Vorfeld: „Die Weltordnung befindet sich im Umbruch. Gerade deshalb ist es entscheidend, dass Österreich seine internationalen Partnerschaften breit aufstellt, neue Märkte erschließt und Wirtschaftschancen für österreichische Unternehmen schafft. Die Golfregion ist ein wichtiger Partner für unsere Exportwirtschaft. Deshalb vertiefen wir unsere Zusammenarbeit, um mehr Chancen für österreichische Unternehmen zu eröffnen.“
Insbesondere die Kontaktpflege in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ist für Österreich von Bedeutung. Die Abu Dhabis sind über ihre staatliche Erdölgesellschaft ADNOC (Abu Dhabi National Oil Company) mit 24,9 Prozent an der OMV beteiligt und damit hinter der heimischen Staatsholding ÖBAG zweitwichtigster Aktionär und auch im Stimmverhalten mit Österreich vertraglich verbunden („syndiziert“).
Da noch immer eine neuer OMV-Chef gesucht wird, der die Nachfolge von Alfred Stern antritt, und Großaktionär ADNOC ein Mitspracherecht hat, dürfte dem Treffen von Meinl-Reisinger mit Sultan Ahmed Al Jaber in Abu Dhabi größere Bedeutung zukommen. Al Jaber ist nicht nur Regierungsmitglied in Abu Dhabi sondern leitet als CEO auch die ADNOC. Neben der langjährigen Partnerschaft wurde im Vorjahr unter Stern und Al Jaber auch ein neuer 60-Milliarden-Dollar-Konzern aus der Taufe gehoben, der aus der Fusion von Borealis (OMV) und Borouge (ADNOC) hervorgeht.
Kontaktpflege
Die Ministerin besucht vor Ort auch mehrere Betriebe und Innovationsstandorte mit österreichischer Beteiligung. Neben den Wirtschaftskontakten – Meinl-Reisinger wird von Vertretern österreichischer Unternehmen wie VA Tech WABAG, Lohmann & Rauscher, PlanRadar, Microtonics Engineering, Bene, Tridonic oder Kny begleitet, geht es freilich auch um politische Gespräche in der Region.
Fragen der regionalen Stabilität, internationaler Kooperation sowie Aspekte der Menschenrechte sollen angesprochen werden, heißt es im Außenministerium. „Was im Nahen Osten passiert, hat unmittelbare Auswirkungen auf Europa. Frieden, Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität sind untrennbar miteinander verbunden. Sie entstehen durch Dialog, internationale Kooperation und den offenen Austausch auch über schwierige Themen“, sagt Meinl-Reisinger.
· Im Oman trifft sie u.a. Energieminister Salim Al Aufi Oman und Außenminister Sayyid Badr Al Busaidi.
· In Saudi-Arabien führt Meinl-Reisinger Gespräche mit Außenminister Prinz Faisal bin Farhan, Investitionsminister Khalid Al-Falih und Wirtschaftsminister Faisal F. Alibrahim.
· In Abu Dhabi wird sie neben Sultan Al Jaber von Außenminister Abdullah bin Zayed Al Nahyan empfangen.
Kommentare