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Wirtschaft
07/31/2021

Österreichische Autofahrer sind Kasko-Muffel

Deutsche schließen für ihre Autos fast doppelt so viele Kasko-Versicherungen ab.

von Thomas Pressberger

Nachdem die Corona-Pandemie nun auch im Sommer keine Pause einlegt, fahren auch heuer wieder viele Österreicher mit dem Auto in den Urlaub. Wer auf Nummer sicher geht, hat eine Kasko-Versicherung abgeschlossen. In Österreich scheint man sich darum aber wenig zu kümmern, ergibt eine Analyse der Wiener Städtischen Versicherung.

Mehr Unfälle im Sommer

Ein Vergleich mit Deutschland zeigt: In Österreich sind nur 42 Prozent aller zugelassenen Autos kaskoversichert, in Deutschland liegt die Kaskoversicherungsdichte bei mehr als 76 Prozent. Während die Kfz-Haftpflichtversicherung ein gesetzliches Muss für jedes zum Verkehr zugelassenes Fahrzeug ist, ist eine Kaskoversicherung nicht verpflichtend. Die Analyse zeigt aber auch, dass Österreich seit Jahren bei den kaskoversicherten Fahrzeugen aufholt.

2011 hatte nur jeder dritte Österreicher eine Kaskoversicherung abgeschlossen, das entspricht einer Steigerung in den vergangenen zehn Jahren von 7,5 Prozentpunkten, während der deutsche Markt nahezu gleichgeblieben ist. „Gerade im Sommer lässt sich ein Anstieg der Schadenshäufigkeit bemerken, daher ist die Kaskoversicherung ein wichtiger Bestandteil der Kfz-Versicherung und federt einen finanziellen Verlust nach Unfällen ab“, sagt Wiener-Städtische-Vorstandsdirektorin Sonja Steßl.

Eine Kasko-Versicherung deckt u.a. Unfälle, Vandalismus, Parkschäden, Diebstahl, Bruchschäden und Naturgewalten ab. Versicherbar sind Fahrzeuge, die nicht älter als acht Jahre sind. Sinnvoll ist eine Kasko allerdings nur für Autos, die nicht älter als drei bis fünf Jahre sind, sagt Martin Echsel von der ARBÖ-Rechtsabteilung. Danach ergebe sie meist keinen Sinn mehr, da die Kosten-Nutzen-Relation nicht mehr stimme.

Keine Streitereien

Besonders häufig sind kleine Schäden, wie Parkschäden, erzählt Echsel aus der Praxis. Allerdings sei bei kleinen Schäden von 200 bis 300 Euro häufig der Selbstbehalt höher als der Schaden. Bei neuen Autos koste aber oft schon „ein Kratzer im Rückspiegel“ 600 Euro, und da zahle sich eine Kasko dann schon aus.

Auch bei Totalschäden oder selbstverursachten Unfällen würde die Versicherung einspringen. Hilfreich sei eine Kasko auch bei Unfällen mit Teilschuld. „Da spart man sich das Streiten vor Gericht oder die Auseinandersetzung mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung“, sagt Echsel.

Die Kosten für eine Kasko-Versicherung hängen vom Fahrzeugwert und der Leistung des Fahrzeugs ab. Dass die Zahl der Kasko-Abschlüsse steigt, liegt laut Echsel daran, dass immer mehr Leasing-Fahrzeuge gefahren werden und für diese eine solche Versicherung obligatorisch sei.

Weiters würden mittlerweile viele, die sich ein neues Auto kaufen, eine Kasko dazunehmen. Auch das stärkere Aufkommen von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen gebe einen Schub. Da es für diese hohe Förderungen und steuerliche Begünstigungen gebe, sei dann für die Käufer oft der Anreiz, eine Kasko zu nehmen, höher.

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