Milka-Alpenmilch-Schoki ist "Mogelpackung des Jahres 2025"

Milka-Schokolade.
Die "Alpenmilch"-Schokolade von Milka erhielt den zweifelhaften Preis, da der Inhalt weniger, der Preis aber teurer wurde.

Das Ergebnis ist eindeutig: Die Milka "Alpenmilch"-Schokolade wurde von der Verbraucherzentrale Hamburg zur "Mogelpackung des Jahres" gekürt. 

In einer Online-Abstimmung, die von einem Rekord von 34.731 Teilnehmern unterstützt wurde, erhielt das Produkt des US-Konzerns Mondelez ganze 23.165 Stimmen (umgerechnet: 66,7 Prozent) und darf sich somit als zweifelhaften Sieger des Schmähpreises bezeichnen.

Kritik an versteckten Preiserhöhungen

Die Grundlage für die Wahl liegt in einer Verpackungsänderung, die viele Kundinnen und Kunden zunächst übersehen haben könnten. 

Anfang des Jahres reduzierte Mondelez die Füllmenge der klassischen Milka-Alpenmilch-Tafel von 100 auf 90 Gramm, während der Verkaufspreis gleichzeitig deutlich gestiegen ist. Trotz der Mengenänderung blieb die äußere Gestaltung der Verpackung nahezu identisch, sodass der Unterschied für Verbraucher ohne genaue Prüfung schwer zu erkennen war. 

Dieses Vorgehen fällt unter das ärgerliche Phänomen der "Shrinkflation", bei dem der Preis von Produkten gleich bleibt oder steigt, obwohl die enthaltene Menge gesunken ist. Simpel ausgedrückt: Weniger Inhalt zum höheren oder gleichen Preis.

Massiver Imageschaden für Milka

Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert dieses Vorgehen scharf und spricht von Irreführung. Hinsichtlich des Titels der "Mogelpackung 2025" heißt es auf der  Homepage der Verbraucherzentrale Hamburg: "Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben ihrem Ärger mit großer Deutlichkeit Luft gemacht. Die subtile Reduzierung der Füllmenge bei Milka empfinden viele als dreiste Mogelpackung. Das Abstimmungsergebnis ist ein Denkzettel, wie man ihn deutlicher kaum geben kann."

Dort wird auch von einem massiven Imageverlust der Marke Milke berichtet. "Verbraucherinnen und Verbraucher greifen seltener zu Produkten von Milka", schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg. "Medienberichten zufolge verzeichnete Mondelez im vergangenen Jahr rückläufige Absatzzahlen; Verkäufe wurden oft über umfangreiche Preisaktionen gestützt." 

Hersteller rechtfertigt sich mit gestiegenen Kosten

Der Lebensmittelkonzern Mondelez weist die Vorwürfe zurück und begründet die Anpassungen seiner Produkte mit gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Produktion. Dennoch stoßen diese Erklärungen bei Verbraucherschützern auf Skepsis. Sie kritisieren, dass viele Preissteigerungen deutlich über der allgemeinen Inflation liegen und nicht immer nachvollziehbar seien.

Rechtliche Folgen möglich

Ende August vergangenen Jahres reichte die Verbraucherzentrale Hamburg eine Klage gegen den Hersteller Mondelez beim Landgericht Bremen ein. Der Vorwurf: unlauterer Wettbewerb. Aus Sicht der Verbraucherschützer handelt es sich bei der Schokoladentafel um eine – auch damals benutzte man den Terminus bereits – "Mogelpackung". Bei der Klage geht es insbesondere um die Frage, ob die nahezu unveränderte Optik der Verpackung trotz der reduzierten Menge mit dem bestehenden Verbraucherrecht vereinbar ist.

Schon 2025 verlieh die Verbraucherorganisation Foodwatch der "Alpenmilch"-Schokolade von Milka den "Goldenen Windbeutel" aufgrund der "dreistesten Werbelüge des Jahres". Auch hier konnten Konsumenten in einer Online-Umfrage abstimmen. "Die Milka-Tafel ist ein Paradebeispiel für Shrinkflation", hieß es damals seitens Foodwatch.

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