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Wirtschaft

Microsoft streicht 10.000 Jobs: Aderlass in der Tech-Branche

Die Umstrukturierungen des Software-Riesen sollen sich mit 1,2 Milliarden Dollar zu Buche schlagen.

01/18/2023, 04:15 PM

Die K├╝ndigungswelle in der Technologie-Welt hat Microsoft erreicht: Der Software-Riese k├╝ndigte als weiteres Schwergewicht der Branche einen gro├čen Job-Abbau an. Microsoft will bis Ende M├Ąrz rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen. Das seien weniger als f├╝nf Prozent der Belegschaft, wie der US-Konzern am Mittwoch betonte.

Die Entlassungen kommen wenig ├╝berraschend, US-Medien hatten bereits im Voraus dar├╝ber berichtet. Microsoft-Chef Satya Nadella begr├╝ndete die Stellenstreichungen im Unternehmensblog als Sparma├čnahme: "Wir m├╝ssen unsere Kostenstruktur mit unseren Ums├Ątzen in Einklang bringen". Nadella betonte jedoch, dass den Job-K├╝rzungen auch Neueinstellungen und Investitionen in Bereichen von entscheidender strategischer Bedeutung gegen├╝bergestellt werden w├╝rden. Unter seiner F├╝hrung setzt Microsoft verst├Ąrkt auf das Cloud-Gesch├Ąft mit Diensten aus dem Netz.

Schon im Herbst Jobs abgebaut

Nadella machte keine Angaben dazu, welche Bereiche konkret vom Jobabbau betroffen sein werden. Er versprach betroffenen Mitarbeitern, dass das Management bei den Entlassungen so "r├╝cksichtsvoll und transparent" wie m├Âglich vorgehen werde. Solche Entscheidungen seien "schwierig, aber notwendig", schrieb er. Im Herbst hatte Microsoft bereits auch schon Jobs abgebaut. Zum Ende des vergangenen Gesch├Ąftsjahres Mitte 2022 war die Zahl der Mitarbeiter um gut ein F├╝nftel auf 221.000 gestiegen.

Auch wenn die Stellenstreichungen auf l├Ąngere Sicht Geld sparen sollen, entstehen Microsoft durch K├╝ndigungen und Abfertigungen zun├Ąchst hohe Belastungen. So k├╝ndigte der Konzern in einer Pflichtmitteilung an die US-B├Ârsenaufsicht an, dass aufgrund der Entlassungen und anderer Ma├čnahmen zum Konzernumbau erst einmal bilanzielle Belastungen in H├Âhe von 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Mrd Euro) anfallen d├╝rften. Microsoft will seine Zahlen f├╝r das abgelaufene zweite Gesch├Ąftsquartal am 24. J├Ąnner ver├Âffentlichen.

Die Entlassungen bei dem Windows-Konzern verdeutlichen abermals das j├Ąhe Ende des Job-Booms in der Tech-Branche. Nachdem die Gesch├Ąfte in der Pandemie florierten, macht das von Inflations- und Rezessionssorgen gepr├Ągte derzeitige Marktumfeld vielen Firmen schwer zu schaffen. An der B├Ârse stehen Tech-Aktien besonders stark unter Druck - der Branchenindex Nasdaq fiel im vergangenen Jahr um 33 Prozent.

Die Reihe der Unternehmen, die Entlassungen ank├╝ndigten, wurde zuletzt immer l├Ąnger. So kam es etwa bei der Facebook-, Whatsapp- und Instagram-Mutter Meta sowie dem von Tesla-Chef Elon Musk ├╝bernommenen Online-Netzwerk Twitter zu Job-Kahlschl├Ągen. Meta entlie├č im Herbst rund 11.000 Mitarbeiter - etwa 13 Prozent der Belegschaft. Bei Twitter lie├č Musk als Sparma├čnahme rund die H├Ąlfte der etwa 7.000 Jobs streichen. Danach gingen noch weitere Mitarbeiter. Der weltgr├Â├čte Online-H├Ąndler Amazon k├╝ndigte Anfang des Jahres den Abbau von 18.000 seiner insgesamt rund 1,5 Millionen Stellen an. Der SAP-Konkurrent Salesforce setzt mit rund 8.000 Jobs bei etwa einem Zehntel seiner Belegschaft den Rotstift an.

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