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Wirtschaft

Kein Ergebnis bei Metaller-KV: Jetzt droht Arbeitskampf

Auch die dritte Verhandlungsrunde bei den Metallern ohne Ergebnis. Erste Verhandlungsrunde bei Handels-KV ohne Ergebnis.

10/21/2021, 07:48 PM

Die dritte Runde der Kollektivvertragsverhandlungen der Metalltechnischen Industrie (FMTI) wurde ergebnislos unterbrochen. Die Arbeitnehmer hatten zuletzt ein Plus fĂŒr Löhne und GehĂ€lter von 4,5 Prozent gefordert, das Angebot der Arbeitgeber lag vor Verhandlungsbeginn bei 2,2 Prozent. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA gaben sich nach den vorerst gescheiterten GesprĂ€chen kĂ€mpferisch, die Arbeitgeber wiederum verstĂ€ndnislos ĂŒber die nicht erfolgte Einigung.

Von PRO-GE und GPA hieß es heute nach Verhandlungsabbruch, dass nun "die Schlagzahl erhöht wird". "Ein Arbeitskampf steht bevor", so die beiden Chefverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl DĂŒrtscher (GPA). "Das beschĂ€mende Angebot fĂŒr Lohn- und Gehaltserhöhungen ist eine Verhöhnung der ArbeitnehmerInnen und angesichts ihrer Leistungen unter aller Kritik", bemĂ€ngelten sie.

"Die BeschĂ€ftigten sind jedenfalls zornig und kampfbereit", versicherten Wimmer und DĂŒrtscher. Sie sehen nun die Arbeitgeber in der Pflicht. Die wiederum orten "kein Interesse an einem Abschluss" von Seiten der Gewerkschaften.

"Das Verhandlungsangebot der Metalltechnischen Industrie beinhaltete zuletzt eine Erhöhung der Löhne und GehĂ€lter, Zulagen sowie LehrlingsentschĂ€digungen um 2,1 Prozent, das ist ĂŒber der zugrunde liegenden Inflation, sowie eine Steigerung der Zulagen fĂŒr die zweite Schicht um 44 Prozent. Das ergibt zusammen ein Paket von knapp 2,3 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung", rechneten die Arbeitgeber vor.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), betonte Donnerstagnacht: "Nun werden sogar Warnstreiks angekĂŒndigt, auch in Branchen, fĂŒr die wir gar nicht verhandeln. Es geht heuer offenbar nicht um vernĂŒnftige Ergebnisse, sondern SĂ€belrasseln und Propaganda."

Handels-KV

Am Donnerstag ist außerdem nach fĂŒnf Stunden die erste Runde der Kollektivvertragsverhandlungen fĂŒr die rund 415.000 Angestellten und 15.000 Lehrlinge im Handel zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft fordert angesichts der hohen Teuerung einen krĂ€ftigen Gehaltsabschluss. Die Arbeitgeber verweisen auf die coronabedingt schwierige Lage fĂŒr viele Handelsbetriebe. Der nĂ€chste Verhandlungstermin ist fĂŒr den 3. November angesetzt.

Außer Streit gestellt haben die Sozialpartner die Inflationsrate mit einem Wert von 2,1 Prozent fĂŒr die vergangenen 12 Monate von Oktober 2020 bis September 2021. Die Gewerkschaft zeigte sich "enttĂ€uscht und verĂ€rgert" ĂŒber die erste Verhandlungsrunde. "Es gibt keine Bereitschaft, auf unser Forderungsprogramm einzugehen. Die berechtigten Forderungen, welche insbesondere die BedĂŒrfnisse weiblicher BeschĂ€ftigter berĂŒcksichtigen, wurden einfach mit dem lapidaren Hinweis abgetan, KV-Politik sei keine Frauenpolitik", so die gewerkschaftliche Chefverhandlerin Anita Palkovich von der GPA in einer Aussendung. "Es ist bislang keinerlei WertschĂ€tzung gegenĂŒber den Leistungen der Handelsangestellten im vergangenen Jahr spĂŒrbar", sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handels in der Gewerkschaft GPA, Martin MĂŒllauer. Wenn man nicht ĂŒber "spĂŒrbare Verbesserungen und Zukunftsfragen" verhandeln könne, werde jedenfalls nicht die AttraktivitĂ€t der Branche verbessert.

Die GPA fordert bei den diesjĂ€hrigen KV-Verhandlungen fĂŒr die Handelsangestellten - wie schon in den Vorjahren - eine leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche. Neu sind die Forderungen nach einer besseren Abgeltung bei Mehr- und Nachtarbeit, unter anderem ein Nachtzuschlag von 50 Prozent zwischen 21.00 und 6.00 Uhr, ZuschlĂ€ge ab der ersten Stunde Mehrarbeit und die FĂ€lligkeit des Mehrarbeitszuschlages schon im Folgemonat in Zeit oder Geld. Nachtarbeit nimmt laut den Gewerkschaftsvertretern vor allem im Lebensmittelhandel immer mehr zu.

"Äußerst schwierig"

WKÖ-Handelsobmann und Arbeitgeber-Chefverhandler Rainer Trefelik sprach nach der ersten KV-Runde von "Ă€ußerst schwierigen" Verhandlungen. "Seitens der Gewerkschaft liegen derzeit aber noch keine konkreten Gehaltsforderungen auf dem Tisch. Gefordert wird jedenfalls ein dickes Gehaltsplus und ein Zukunftsdeal mit rahmenrechtlichen Änderungen", sagte Trefelik. Die Forderungen nach zusĂ€tzlichen Zulagen und ZuschlĂ€gen könne "aber nur im Gesamtkontext beurteilt werden". Der WKÖ-Vertreter verwies auf die "sehr volatile wirtschaftlichen Situation" des Handels. "Die Infektionszahlen steigen derzeit dramatisch. Wichtige Umsatzbringer wie auslĂ€ndische Touristen fehlen nach wie vor und große Veranstaltungen stehen auf der Kippe", so der Handelsobmann. Der Großhandel sehe sich mit hohen Rohstoff- und Logistikpreisen konfrontiert, die er gegenĂŒber seinen Kunden nicht einpreisen könne. "Jetzt gilt es, mit Bedacht an die weiteren Verhandlungen heranzugehen und einen Abschluss mit Weitblick zu finden", sagte der Arbeitgebervertreter.

Wie im Vorjahr kann sich der WKÖ-Handelsobmann einen freiwilligen Corona-Bonus vorstellen, den wirtschaftlich erfolgreiche HĂ€ndler ausschĂŒtten. Dies sei "ein Erfolgsmodell" gewesen. Die Gewerkschaft hat im Vorfeld der Verhandlungen einen freiwilligen Bonus abgelehnt und Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen gefordert. Letztes Jahr habe es "einen Krisendeal" gegeben, heuer fordere man "einen Zukunftsdeal mit einer nachhaltigen Gehaltserhöhung", so die gewerkschaftliche Chefverhandlerin.

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