Mercedes-Benz Vans will erstes E-Fahrzeugwerk in Polen bauen

Mercedes-Benz Vans will erstes E-Fahrzeugwerk in Polen bauen
Neues Werk am Mercedes-Standort Jawor. Mehr als eine Milliarde Euro Investition.

Die Van-Sparte von Mercedes-Benz baut ihr erstes reines Elektro-Transporterwerk in Polen - zunächst aber ohne den Wunschpartner Rivian. Die Entscheidung sei für den seit 2019 bestehenden Mercedes-Standort Jawor gefallen. "Wir wollen mehr als eine Milliarde Euro in den kommenden Jahren investieren", erklärte Spartenchef Mathias Geisen am Montag. Mit der Regierung und polnischen Wirtschaftspartnern sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden.

Die Umsetzung hänge unter anderem noch von der Gewährung staatlicher Beihilfen zu der Investition ab. Der Plan, das Montagewerk zusammen mit dem US-Konkurrenten Rivian aufzubauen und so die Kosten zu teilen, hat sich vorerst zerschlagen. Rivian habe das Projekt aufgrund der Repriorisierung eigener Projekte zurückgestellt.

"Die Unterbrechung dieser Partnerschaft spiegelt unseren Prozess wider, unsere großen Investitionsprojekte kontinuierlich zu bewerten und dabei unsere aktuellen und erwarteten wirtschaftlichen Bedingungen zu berücksichtigen", erklärte Rivian-Finanzchefin Claire McDonough. Mercedes und Rivian hatten die Pläne für ein Produktions-Joint-Venture im September vorgestellt. Beide Hersteller wollten sich Produktionsanlagen und Arbeitskräfte teilen, Mercedes will in Polen auf der für 2025 geplanten einheitlichen Elektro-Plattform VAN.EA Transporter bauen. Doch Rivian kämpft zu Hause in Illinois (USA) mit hohem Verlust durch gestiegene Materialkosten und Lieferprobleme.

Von Jänner bis September verkaufte Rivian 14.000 Fahrzeuge und machte damit 1,7 Milliarden Dollar Nettoverlust. Nach eigener Aussage reicht das eigene Geld noch ein Jahr, eine Kapitalerhöhung um 1,5 Milliarden Dollar wird angepeilt. Rivians Großaktionär Amazon hat 100.000 Elektro-Lieferwagen bestellt. Die Aktie notiert nach einer Achterbahnfahrt in diesem Jahr 74 Prozent unter dem Vorjahresstand.

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