Mega-Pleite eines bekannten Rohstoffhändlers

Stempel "Insolvenz" auf Papier
Das Unternehmen hat fast 145 Millionen Euro Schulden.

„Hinsichtlich der Insolvenzursachen führt man aus, dass die Gesellschaft bestehende Kreditrahmen nicht mehr ausnützen kann. Im Rahmen einer Factoring-Vereinbarung wurden in der Vergangenheit gestellte Kundenrechnungen zu 95 Prozent vorfinanziert“, zitiert der AKV  aus dem Insolvenzantrag. „Nach den noch zu überprüfenden Angaben im Insolvenzantrag sollen Unstimmigkeiten bei eingereichten Rechnungen in Millionenhöhe festgestellt worden sein, wobei der genaue Sachverhalt vom Insolvenzverwalter und den Strafbehörden noch zu ermitteln sein wird. Aus diesem Grund wurde auch das Factoring eingestellt und Dkfm. Sebastian Beuerle zum neuen Geschäftsführer bestellt, welcher auch das Vertrauen der geschädigten Banken genießen soll.“

Laut Creditreform sollen „über einen längeren Zeitraum fingierte Rechnungen bei der Factoringgesellschaft eingereicht und vorfinanziert worden sein.“

Über das Vermögen der Firma LL-resources GmbH mit Sitz in Graz ist heute, Montag, am Landesgericht Graz auf Grund eines Eigenantrags ein Konkursverfahren eröffnet worden. Das bestätigen die Gläubigerschutzverbände AKV, Creditreform und KSV1870 dem KURIER. 

Die Geschäfte

„Das Unternehmen betreibt seit 2011 ein Rohstoffproduktions- und Handelsunternehmen mit internationaler Ausrichtung und Spezialisierung auf den Bereich Mineralien, Metalle sowie metallurgische Commodities. Weiters betreibt das Unternehmen auch ein Tochterunternehmen, dass neben dem Handel auch die Produktion von Commoditites ausübt“, Creditreform. „Die Schuldnerin ist Teil einer international tätigen Unternehmensgruppe mit operativen Gesellschaften und Beteiligungen in Europa, den USA und im Sultanat Oman, darunter Produktions-, Recycling-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe.“

Das Unternehmen gehört der LLR-Holding GmbH (37 %), der Motus Capital GmbH (33 %), der Trade Services Handels GmbH (15 %) und der GK Consulting SA (15 %)

Schulden und Vermögen

Die Aktiva betragen rund 154,9 Millionen Euro, davon entfallen 37,9 Millionen auf Vorräte, 36,3 Millionen Euro auf Finanzanlagen und 80,7 Milllionen Euro auf offene Forderungen. Die Passiva werden mit rund 144,9 Millionen Euro, davon entfallen 124,1 Millionen Euro auf Bankenkredite und 9,1 Millionen Euro auf die Factoring Bank und 10,2 Millionen Euro auf Lieferverbindlichkeiten. Am Ende soll keine Überschuldung, aber eine Zahlungsunfähigkeit vorliegen. Da aber mögliche Pönalezahlungen aus laufenden Kundenaufträgen in Höhe von 50 Millionen Euro im Raum stehen, wird die Überschuldung eintreten.

Die Schuldnerin beabsichtigt einen Sanierungsplan zu beantragen.

„Der Insolvenzverwalter wird die Angaben zu prüfen haben, insbesondere ob die Fortführung oder die Schließung im Interesse der Gläubiger liegt“, sagt René Jonke vom KSV1870 

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