Mediashop-Konkurs: Rettung durch österreichische Investoren
Der Mediashop in Neunkirchen ist Pleite. 160 Mitarbeiter verlieren ihren Job.
Beim insolventen Teleshopping-Unternehmen Mediashop GmbH (163 Mitarbeiter) mit Sitz in Neunkirchen tagt am Dienstag der Gläubigerausschuss. Und dieses Gremium könnte bereits die entscheidenden Weichen für die Rettung des Unternehmens stellen. Denn der Masseverwalter bastelt an einer Auffanglösung in Form eines Asset Deals.
„Ich arbeite an der Gesamtverwertung und habe ein Angebot vorliegen“, sagt Masseverwalter Michael Lentsch zum KURIER. Auch für Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform ist eine mögliche Rettung in Sicht: „Wenn es sich tatsächlich um ein nachhaltiges Sanierungskonzept handelt, das in dieser strukturarmen Gegend möglichst viele Arbeitsplätze sichert, dann ist das sehr willkommen.“
Auf 172 TV-Kanälen
Was man bis jetzt weiß, ist, dass es eine österreichische Investorengruppe gibt, die mit dem Manager Patrick Schenner einen Neustart von Mediashop plant. Künftig will man sich nicht mehr auf ein Dutzend Länder konzentrieren, sondern auf die Region Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Die Investoren sehen eine reelle Chance, das Teleshopping-Unternehmen wieder operativ auf Kurs zu bringen. Sie glauben weiterhin an das Geschäftsmodell und wollen es modernisieren und digitalisieren. Der Neustart soll Mediashop auf eine gesunde Größe zurückbringen. Statt auf 172 TV-Kanälen soll die Produktwerbung nur noch auf bis zu 30 TV-Kanälen stattfinden.
Zünglein an der Waage
Klares Ziel sei es, wird kolportiert, das Unternehmen wieder zum Marktführer in der DACH-Region zu machen. Der Rumpfmannschaft (rund 30 Mitarbeiter) sollen bereits Verträge angeboten worden sein. Das Zünglein an der Waage ist die finanzierende Bank, die Pfandrechte (5,5 Millionen Euro) auf einer Betriebsliegenschaft (Baurecht) hat. Denn die Investoren wollen am ursprünglichen Standort in Neunkirchen weiterarbeiten.
Schulden stiegen auf 51,55 Millionen Euro
Wie berichtet, ist die Mediashop GmbH Ende Februar 2026 in die Insolvenz geschlittert. Die Umsätze waren deutlich rückläufig, die Schulden stiegen auf 51,55 Millionen Euro. Von der geplanten Entschuldung mittels eines Sanierungsplans musste man sich verabschieden, über das Unternehmen wurde der Konkurs eröffnet.
„Die vertriebenen Produkte werden großteils durch Fernsehwerbung vermarktet, wobei die Kosten für die Werbeeinschaltungen einen enormen Teil der Kostenstruktur des schuldnerischen Unternehmens ausmachen“, heißt es im Bericht des Masseverwalters. „Durch die rückläufigen Umsätze ist die Quote für die Werbemaßnahmen im Vergleich zu den umsatzstarken Vorjahren stark gestiegen.“
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