Medianeinkommen: Österreich im EU-Vergleich auf drittem Platz

Medianeinkommen: Österreich im EU-Vergleich auf drittem Platz
Das real verfügbare Netto-Medianeinkommen ist hierzulande gestiegen, zeigt Eurostat. Vor Österreich liegen nur zwei Länder.

Die Teuerungsrate lag in Österreich in den letzten Monaten über dem Eurozonen-Schnitt.

Wenngleich zahlreiche Experten kritisiert haben, dass durch wenig zielgerichtete Förderungen und Finanzhilfen via Gießkanne die Inflation eher befördert wurde, denn ihr entgegengewirkt zu haben, betonen heimische Regierungspolitiker gern und häufig, dass die Kaufkraft hierzulande trotzdem erhalten worden sei.

Sie können sich am Samstag durch eine Analyse der EU-Statistikbehörde Eurostat bestätigt fühlen. Denn diese zeigt einen inflations- und kaufkraftbereinigten, leichten Anstieg der real verfügbaren Netto-Medianeinkommen von 2021 auf 2022.

Mehr lesen: Niedrige Einkommen sind in der Krise real stärker gestiegen

Österreich auf Rang Drei

Eurostat weist für Österreich fürs Vorjahr mit 25.119 Euro die dritthöchsten real verfügbaren Netto-Medianeinkommen unter den EU-Staaten aus. 2021 waren es laut der EU-Behörde 24.450 Euro gewesen.

Vor Österreich lagen in der EU laut Eurostat voriges Jahr nur Luxemburg mit 33.214 und die Niederlande mit 25.437 Euro.

Aus der Alpenrepublik wird immer besonders genau auf Deutschland geblickt, wo es von 2021 auf 2022 einen leichten Rückgang von 23.336 auf 23.197 Euro gab. Beim zweitwichtigsten Handelspartner Italien gab es einen Anstieg von 17.304 auf 18.472 Euro.

Mehr lesen: Leben zu teuer: Gestiegene Einkommen können Inflation nicht abgelten

In Spanien, das über weite Strecken die Inflation verhältnismäßig tief und phasenweise deutlich unter jener in Österreich hielt, gab es trotzdem einen Anstieg von 16.297 auf 17.254 Euro. 

Mehr lesen: Teuerung: Preise rund ums Auto explodieren, fast gleichbleibend bei Öffis

EU-Durchschnitt

Der EU-Durchschnitt der Netto-Medianeinkommen stieg von 18.014 auf 18.706 Euro. Das ist etwa um ein Drittel unter dem Austro-Wert. Am untersten Ende finden sich auch Nachbarländer Österreichs. Am wenigsten haben die Menschen in Bulgarien (9.671 Euro), der Slowakei (9.826 Euro), Rumänien (10.033 Euro) und Ungarn (10.217 Euro).

Eurostat veröffentlichte die Statistik unter der Anwendung des sogenannten Kaufkraftstandards (KKS) oder Purchasing Power Standard (PPS). So gelten die Daten als kaufkraftbereinigt.

Der Medianwert wiederum entspricht nicht dem Durchschnitt, sondern stellt den Zentralwert von nach Größe geordneten Messwerten dar. Ausreißer fallen so weniger ins Gewicht.

Kommentare