Bei 3,1 Prozent: Teurer Sprit lässt Inflation im März steigen

Die Inflationsrate für März 2026 beträgt laut Schnellschätzung voraussichtlich 3,1 Prozent. Für den Preisschub verantwortlich: Treibstoff und Heizöl.
Eine Person tankt ein Auto mit einer Dieselpistole an einer Zapfsäule.

Zusammenfassung

  • Inflationsrate für März 2026 laut Schnellschätzung bei 3,1 %, Anstieg um 0,9 Prozentpunkte gegenüber Februar.
  • Hauptgrund für den Anstieg sind Preisschübe bei Treibstoffen und Heizöl; Energiepreise stiegen im März um 6,1 %.
  • Dienstleistungen bleiben wichtigster Inflationstreiber mit einem Preisanstieg von 4,5 % im März.

Die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Ölpreise lassen den Verbraucherpreisindex (VPI) deutlich steigen. Die Inflationsrate kletterte laut Schnellschätzung im März auf 3,1 Prozent, im Februar lag die Teuerung noch bei 2,2 Prozent. "Der Anstieg von 0,9 Prozentpunkten geht fast vollständig auf die Preisschübe bei Treibstoffen und Heizöl zurück", erklärte die Statistik Austria am Dienstag. Im März verteuerte sich Energie im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,1 Prozent.

Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol kosteten laut Schnellschätzung der Statistik Austria um 2,4 Prozent mehr. "Der wichtigste Inflationstreiber blieben jedoch Dienstleistungen, die im März um 4,5 Prozent teurer wurden, nach einem Preisplus von 4,0 Prozent im Februar", so Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk in einer Aussendung. Details zur Inflationsentwicklung im März gibt die Statistikbehörde Mitte April bekannt.

Wirtschaftsforscher erwartet keine Teuerungswelle wie 2022/23

Wifo-Inflationsexperte Josef Baumgartner erwartet für das laufende Jahr keine Teuerungswelle wie 2022/2023, weil die Gaspreise bisher nicht so stark gestiegen sind. Für heuer rechnet er mit einer Inflationsrate in Österreich "von etwas unter drei Prozent". Die Annahme für die Inflationsprognose sei, dass der Iran-Krieg aber zu Ende gehe und die Ölpreise sich ab Juni "wieder normalisieren" würden, sagte Baumgartner zur APA. Bei Gas rechnet der Experte längerfristig mit höheren Preisen, weil das Angebot durch Schäden an LNG-Anlage in Katar und an Gasanlagen in Saudi-Arabien etwas eingeschränkt bleibe.

Einen stärkeren Anstieg der Lebensmittelpreise erwartet der Wifo-Ökonom vor allem ab dem Sommer mit der neuen Ernte, etwa bei Frischgemüse, Getreide und Obst. Der Iran-Krieg hat die Diesel- und Düngemittelpreise stark steigen lassen und verteuert damit die Produktionskosten der Landwirtschaft spürbar.

Nationalbank:  Inflationsrate im Jahresschnitt 2,7 Prozent

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hatte zuletzt prognostiziert, dass die Inflationsrate im Jahresschnitt 2,7 Prozent betragen wird. Für die beiden Folgejahre wird wieder ein Rückgang der Inflationsrate auf 2,3 (2027) und 2,1 (2028) Prozent erwartet. Wegen der hohen Unsicherheit rund um den Iran-Krieg gebe es allerdings erhebliche Aufwärtsrisiken für die Erwartungen.

Der seit Ende Februar andauernde Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben. Der Iran hat die Straße von Hormuz weitgehend geschlossen: Über die Meerenge wird ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs transportiert. Das sorgt für Knappheiten, weshalb die Weltmarktpreise gestiegen sind.

IWF: Iran-Krieg treibt Inflation und bedroht Lieferketten

Der Krieg im Nahen Osten hat auch nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) weitreichende Folgen für Energiehandel, globale Lieferketten und Finanzmärkte und belastet die Weltwirtschaft erheblich. In einem Blogbeitrag beschreibt der IWF den Konflikt als "globalen, aber asymmetrischen Schock", der vor allem über drei Kanäle wirkt: Energiepreise, Handel und Finanzbedingungen. Besonders gravierend sei die Störung der Energieversorgung.

"Der Krieg verändert auch die Lieferketten für Güter des täglichen Bedarfs und kritische Produktionsmittel", betont der IWF. Die Umleitung von Tankern und Containerschiffen erhöhe die Fracht-und Versicherungskosten und verlängere die Lieferzeiten. Flugausfälle an wichtigen Drehkreuzen am Golf beeinträchtigten den globalen Tourismus und verkomplizierten den Handel.

Sorge um Lebensmittelpreise

Staaten, Unternehmen und Verbraucher spürten bereits die Auswirkungen dieser Lieferkettenprobleme. "Da die Düngemittellieferungen - von denen etwa ein Drittel die Straße von Hormuz passiert - unterbrochen sind, wächst die Sorge um die Lebensmittelpreise." Ursache seien höhere Preise für Düngemittel und andere Vorprodukte.

Insgesamt drohen laut IWF eine weltweit steigende Inflation und ein schwächeres Wachstum. Wie stark die Auswirkungen ausfallen, hänge von Dauer, Ausweitung und Zerstörungskraft des Konflikts ab. Klar sei aber schon jetzt: Die wirtschaftlichen Risiken nehmen zu.

In Ländern, in denen die Menschen einen großen Teil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben - insbesondere in Afrika, Teilen des Nahen Ostens und Mittelamerika -, seien höhere Preise mit akuten sozialen und wirtschaftlichen Kosten verbunden. Aber auch in Europa würde ein weiterer energiebedingter Preisanstieg die bestehenden Belastungen durch die Lebenshaltungskosten noch verschärfen.

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