Luxuskonzern LVMH verzehnfachte seinen Gewinn

LVMH-Boss Bernard Arnault
5,3 Milliarden Profit im ersten Halbjahr: In den vergangenen fünf Jahren legte die Aktie um mehr als 300 Prozent zu

Beim französischen Luxusgüterkonzern LVMH brummt das Geschäft stärker als vor der Pandemie. Dank einer starken Nachfrage aus Asien und den USA legten die Verkaufserlöse heuer im ersten Halbjahr kräftig zu. Auch in Europa lief es besser - allerdings geht die Erholung hier langsamer voran. Der Nettogewinn verzehnfachte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2020 auf 5,3 Mrd. Euro, wie das Unternehmen mit Marken wie Moet Hennessy und Louis Vuitton Montagabend in Paris mitteilte.

Die Erwartungen von Analysten wurden übertroffen, sie hatten mit 6,6 Mrd. Euro gerechnet. Konzernchef Bernard Arnault, sprach von einer hervorragenden ersten Jahreshälfte für sein Unternehmen. Denn nach dem herben Geschäftseinbruch im ersten Coronakrisenjahr 2020 lag der Nettogewinn nicht nur massiv über jenem im Vorjahreszeitraum, sondern auch um 62 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2019, also vor der Pandemie. Im fortgeführten Geschäft sprang der Überschuss heuer in den ersten sechs Monaten im Vergleich zu 2020 von 1,7 auf 7,6 Mrd. Euro nach oben - das waren auch um 44 Prozent mehr als 2019 und 1 Milliarde mehr als von Analysten im Schnitt erwartet.

Der Umsatz legte heuer bisher im Jahresabstand um mehr als die Hälfte zu. Auf vergleichbarer Basis und bei stabilen Währungskursen wuchs der Umsatz um 53 Prozent auf 28,7 Mrd. Euro. Damit lief es für LVMH auch bei den Verkaufserlösen besser als vor der Krise: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 belief sich der Zuwachs auf 11 Prozent.

Besonders stark legte im ersten Halbjahr die Nachfrage nach Mode und Lederwaren zu: Die mit Abstand größte Konzernsparte mit Marken wie Louis Vuitton, Christian Dior und Celine erreichte einen Umsatz von 13,9 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Basis und bei stabilen Währungskursen entsprach dies einem Zuwachs von 38 Prozent im Vergleich zu 2019 - und einem Plus von 81 Prozent im Vergleich zum pandemiegeprägten ersten Halbjahr 2020.

Auch im Geschäft mit Weinen und Spirituosen sowie mit Uhren und Schmuck sprudelten die Umsätze stärker als im Jahr vor der Pandemie. LVMH hatte Anfang des Jahres den US-Juwelier Tiffany übernommen. Dagegen herrscht in der auf Touristen spezialisierten Shopsparte wegen der vielfachen Reisebeschränkungen noch immer Flaute.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die LVMH-Aktie legte am Dienstagvormittag in Paris um etwas mehr als 1 Prozent auf 681 Euro zu und gehörte damit zu den wenigen Gewinnern im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier bereits rund ein Drittel an Wert gewonnen und wird inzwischen mehr als eineinhalb Mal so teuer gehandelt wie vor dem Coronacrash an den Finanzmärkten im Februar 2020.

Noch deutlicher fällt das Kursplus über die vergangenen fünf Jahre aus: Verglichen zum Sommer 2016 stieg der Börsenwert des Konzerns um mehr als 300 Prozent auf rund 340 Mrd. Euro. LVMH ist damit inzwischen das mit Abstand wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas. Vor fünf Jahren lag das Unternehmen in dieser Rangliste noch auf Platz 18. Fast die Hälfte der Anteile gehört dem Konzernchef, der nach dem jüngsten Kursanstieg zu den reichsten Männern der Welt zählt.

Branchenexperten mehrerer Banken setzten nach den Nachrichten ihre Kursziele für die LVMH-Aktie nach oben. Alle Konzernsparten hätten seine Erwartungen übertroffen, schrieb Analyst Piral Dadhania von der Investmentbank RBC. Zudem werteten die Aussagen des Managements zur Entwicklung der Margen positiv.

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