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Wirtschaft

Lieferdienst Gorillas will eine Milliarde einsammeln

Delivery Hero offenbar dabei. Start-up dadurch mit rund 3 Mrd. Dollar bewertet. Zustandekommen des Deals aber noch unklar.

09/24/2021, 10:46 AM

Bei einer anstehenden Finanzierungsrunde will das deutsche Lieferdienst-Start-up Gorillas offenbar unter anderem vom DAX-Konzern Delivery Hero rund eine Milliarde US-Dollar (850 Mio. Euro) einnehmen. Damit werde das Unternehmen mit Sitz in Berlin mit rund 3 Mrd. US-Dollar bewertet, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ob der Deal wirklich zustande kommt, sei noch unklar.

Sprecher von Delivery Hero waren zunĂ€chst nicht fĂŒr eine Stellungnahme FreitagfrĂŒh erreichbar. Auf der Handelsplattform Tradegate gab die Delivery-Hero-Aktie vorbörslich leicht nach. Bereits im August hatte das "Manager Magazin" darĂŒber berichtet, Delivery Hero wolle gut 200 Millionen Dollar zu dem Start-up zuschießen. Auch bestehende Investoren, darunter der chinesische Internetgigant Tencent und der US-Hedgefonds Coatue Management, sollten sich an der Finanzierungsrunde beteiligen.

Deal verwundert

Der anstehende Deal verwundert, weil sich Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg wiederholt in Telefonkonferenzen und öffentlich dazu positioniert hatte, ein Einstieg oder eine Übernahme des Q-Commerce-Dienstes (Quick Commerce) Gorillas mache keinen Sinn. So könne er selbst kleine WarenhĂ€user in InnenstĂ€dten schnell einrichten, einen Mehrwert bei der Expertise sehe er nicht. Das "Manager Magazin" spekulierte, ob er mit der Beteiligung nur andere Interessenten am Investieren hindern wolle.

Lieferdienste wie Gorillas oder dessen Konkurrent Flink schossen in der jĂŒngeren Vergangenheit wie Pilze aus dem Boden. Sie versprechen die Lieferung von Supermarktware binnen weniger Minuten, allerdings gilt das oft nur fĂŒr ganz bestimmte Teile von GroßstĂ€dten. Und auch Delivery Hero war vor wenigen Wochen mit seiner Marke Foodpanda zurĂŒck nach Deutschland gekommen, um neben Essenslieferungen von Restaurants an den Kunden auch Warenzustellungen binnen weniger Minuten anzubieten.

Geld dringend benötigt

Das rasante Wachstum und viel Werbung verschlingen reichlich Geld. Auch Delivery Hero verdient mit seinem GeschÀft bisher noch keinen Cent. Im ersten Halbjahr stand unter dem Strich ein Verlust von gut 918 Millionen Euro und damit etwa doppelt so viel wie vor einem Jahr.

Kein Wunder also, dass Delivery Hero dringend neues Geld braucht. Anfang September beschaffte sich der Dax-Konzern mit der Ausgabe von Wandelanleihen mehr als eine Milliarde Euro. Das Management wolle das Geld "fĂŒr allgemeine Unternehmenszwecke" nutzen sowie bei entsprechenden Gelegenheiten in Wachstum investieren.

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