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Das war das KURIER SPEAK OUT Festival 2026

Im Wiener MuseumsQuartier diskutierten Expertinnen und Experten unter dem Motto „Das Leben von morgen“ über Nachhaltigkeit und Innovation.
Viele Menschen sitzen in einem modernen Saal mit gewölbter Decke und hören einem Vortrag auf einer Bühne mit großen Bildschirmen zu.

„Wir sind uns häufig nicht bewusst, wie gut es uns geht und was das ermöglicht – Strom kommt aus der Steckdose, Wasser aus der Leitung, das ist alles völlig selbstverständlich für uns. Bestseller-Autor Marc Elsberg zeichnete in seiner Keynote „Von EDEN ins BLACKOUT“ auf dem KURIER SPEAK OUT Festival am Dienstag im Wiener MuseumsQuartier nach, wie schnell ein einziges Ereignis zum Ausfall eines ganzen Systems führen kann.

Über 30 Expertinnen und Experten diskutierten auf der Veranstaltung über Innovation, nachhaltige Technologien und die Lösungen der Zukunft. Dazu kamen Impulsvorträge aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Hands-on-Workshops.

Mehrere Menschen entspannen auf Liegestühlen und Sitzsäcken in einem hellen Raum mit dekorativer Beleuchtung an der Decke.

Fünf Personen stehen auf einer Bühne und sprechen mit Mikrofonen vor einem sitzenden Publikum.

Sechs Männer stehen bei der Podiumsdiskussion „Das Leben von morgen – Wie ändert sich Mobilität?“ vor einer Leinwand mit ihren Namen und Funktionen.

Eine Frau in einem beigen Blazer hält vor einer Leinwand mit Büro-Motiven einen Vortrag und gestikuliert dabei.

Ein Mann spricht mit einem Mikrofon, während eine Frau ihm zuhört und mehrere Personen im Hintergrund sitzen.

Eine Frau mit schulterlangem Haar spricht in ein Mikrofon, neben ihr steht eine Wasserflasche auf dem Tisch.

Zwei Frauen sprechen auf einer Bühne mit Mikrofonen, hinter ihnen steht „Die Zukunft des Essens“ auf einer Leinwand.

Die Wolkenforscherin Andrea Stöllner vom ISTA.

Zwei Männer und eine Frau posieren vor Plakaten, wobei einer der Männer einen blauen Fußball der Organisation Mary’s Meals hält.

Mehrere Menschen sitzen und unterhalten sich entspannt auf bunten Sitzsäcken und Liegestühlen in einem hellen Raum.

Ein junger Mann bereitet an einer Kaffeemaschine in einem mobilen Café einen Kaffee zu und lächelt dabei freundlich.

Fünf Personen stehen auf einer Bühne, eine Frau hält einen großen Scheck mit der Aufschrift „National Final Winner Austria“.

Chancen nutzen

Elsberg erläuterte, wie in unserer hochvernetzten Welt Ursache und Wirkung häufig auseinanderdriften, sowohl zeitlich und räumlich als auch betreffend der Domäne. Das heißt, eine Entscheidung in der Wirtschaft kann Jahrzehnte später in einer völlig anderen Weltgegend Auswirkungen auf die Biologie haben.

Sein Roman „Blackout“ illustriert dieses Phänomen für einen großflächigen Stromausfall, der binnen kurzer Zeit das komplette öffentliche Leben zusammenbrechen lässt. Ampeln fallen aus, Lifte bleiben stecken, die Kommunikation fällt aus und wenig später funktionieren auch Zahlungssysteme und Lebensmittelversorgung nicht mehr. Die Erderwärmung sei ein Beispiel, das aufgrund der großen Zeitabstände viel schwieriger vorstellbar sei. Der stark erhöhte CO2-Ausstoß seit Beginn der Industrialisierung habe unvorhersehbare Auswirkungen über Generationen hinweg.

Ein Mann im blauen Sakko spricht mit Mikrofon und Papier in der Hand vor einer gelben Präsentationsfolie.

Marc Elsberg hielt die Eröffnungs-Keynote.

„Im Spalt zwischen Ursache und Wirkung liegt die potenzielle Katastrophe, aber auch die Chance – und die können wir nutzen“, meinte Elsberg. Am Ozonloch, das durch ein gemeinsames weltweites FCKW-Verbot wieder verschwand, sehe man, dass wir Probleme auf globaler Ebene lösen können, wenn wir nur wollen.

Blackout in Österreich unrealistisch

„Energie ist die Lebensader von Wirtschaft und Gesellschaft“, betonte Staatssekretärin Elisabeth Zehetner in ihrem Kurzvortrag. Ein großflächiger Blackout, wie in Elsbergs Roman beschrieben, sei in Österreich sehr unrealistisch, denn es gebe hierzulande viele „schwarzstartfähige“ Kraftwerke, die nach einem Stromausfall schnell und eigenständig wieder hochstarten können.

Frau mit lockigen Haaren und Brille spricht mit Mikrofon an einem Rednerpult, im Hintergrund helle und dunkle Flächen.

Staatssekretärin Elisabeth Zehetner sprach über Energie-Souveränität.

Wie gut Österreich auf einen möglichen Blackout vorbereitet ist, diskutierten auch Klaus Kaschnitz, Division Director bei Austrian Power Grid und Bernd Loacker, CTIO von Drei auf einem Panel. Sie waren sich einig, dass es hierzulande gute Vorsorge gebe und ein mehrtägiger, landesweiter Blackout ein  äußerst unwahrscheinliches Extremszenario sei.

Klaus Kaschnitz und Bernd Loacker diskutieren auf einer Bühne vor einer Leinwand zum Thema „Blackout – Was kommt da auf uns zu?“.

Klaus Kaschnitz und Bernd Loacker diskutierten zum Thema „Blackout – Was kommt da auf uns zu?“.

Souveränität in Energie und Digitalisierung

Um Österreichs Energie-Souveränität zu sichern, ist weiterer Ausbau erneuerbarer Energien nötig. Über Herausforderungen und Lösungen im Bereich Windkraft und Solar sprachen Vera Immitizer, vom Bundesverband Photovoltaic Austria, Lukas Püspök von PÜSPÖK, Barbara Schmid von Österreichs E-Wirtschaft und Franz Zöchbauer von Verbund X auf einem Panel.

Vier Personen stehen an einem Podium, eine Frau im grünen Blazer spricht mit Mikrofon, im Vordergrund stehen Wasserflaschen und ein Blumentopf.

Paneldiskussion "Das Leben von morgen - Windkraft und Solar"

In der heutigen Gesellschaft sind digitale Kommunikationssysteme quasi genauso wichtig wie die Stromversorgung. Wie sich die EU in der Digitalisierung aufstellt und ihre Abhängigkeit von den USA reduzieren kann, diskutierte ein Panel mit Thomas Arnoldner, Deputy CEO der A1 Group, Wolfgang Ebner, CDO beim Bund, Ulrich Fleck, CEO der Certainity Gruppe und Rechtsanwalt Rainer Knyrim. 

Ein Mann im blauen Anzug spricht mit einem Mikrofon, weitere Personen stehen und sitzen um ihn herum.

Thomas Arnoldner, Deputy CEO A1 Group, während eines Panels "Abhängigkeit von USA - Wie stellt sich die EU in der Digitalisierung auf?"

Nachhaltig Bauen und Fortbewegen

Auch wie die Stadt der Zukunft aussehen wird, war am Dienstag Thema eines Panels. Dabei stellte Natalie Wierzbicki, Head of Corporate Sustainability bei der Porr AG gleich zu Beginn klar: „Die Zukunft von morgen wird nicht gebaut, wir werden sie gemeinsam entwickeln.“ Für sie braucht es in einer Großstadt wie Wien mehr verkehrsberuhigte Zonen wie in der Argentinierstraße. Die preisgekrönte Schweizer Architektin Barbara Buser empfahl: „Die Autos müssen reduziert werden, es sollte keine Standplätze mehr geben.“ 

Drei Personen diskutieren an einem Tisch mit Mikrofonen, Wasserflaschen und einem Blumentopf vor dunklem Hintergrund.

"Die Stadt von morgen: Was es dafür braucht" mit Natalie Wierzbicki, Head of Corporate Sustainability PORR AG und Barbara Buser, preisgekrönte Basler Architektin.

Beide plädieren für die Wiederverwendung von Materialien. Porr nimmt etwa Lebenszyklusanalysen vor der Baugenehmigung sehr ernst. Weil die Baubranche für 50 Prozent des weltweiten Ressourcenverbrauchs verantwortlich sei, habe man einen großen Hebel, es besser zu machen und Emissionen zu reduzieren, betonte Wierzbicki.

Schwammstadt

„Science Buster“ Elisabeth Oberzaucher sprach sich später in einem kurzen Vortrag für mehr Pflanzen im öffentlichen Raum aus. Anhand von vier Töpfen –  einer mit Asphalt, einer mit trockener Erde, einer mit einer Basilikum–Pflanze und einer mit Kies –  demonstrierte sie, was im Falle eines Starkregenereignisses mit unseren Böden passiert.

Eine Person gießt Wasser aus einer Plastikflasche in einen Blumentopf, umgeben von weiteren Pflanzen und Behältern.

Elisabeth Oberzauchner demonstrierte, wie verschiedene Böden auf Starkregen reagieren.

Neben der Stadt der Zukunft ging es im Wiener Museumsquartier auch um Mobilität. Etwa um die Frage, ob wir künftig noch in Flugzeuge steigen oder mit Verbrennern fahren. „Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir 100 Prozent der Autos auf der Straße durch Elektroautos ersetzen können“, meinte etwa Günther Ofner, Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG. 

Auch auf das Fliegen würde man in Zukunft kaum verzichten -  derzeit würden weltweit hunderte Flughäfen gebaut und die Leute wollen reisen. Ralf Diemer, Hauptgeschäftsführer der eFuel Alliance plädiert für die Verwendung von eFuels, um die Emissionen in der Luftfahrt zu senken. 

Fünf Männer diskutieren auf einer Bühne vor Publikum über die Zukunft der Mobilität, hinter ihnen eine große Präsentationsfolie.

Panel "Das Leben von morgen - Wie ändert sich Mobilität?" 

Ernst Kloboucnik, Direktor des ÖAMTC, sieht eine Mischform zwischen verschiedenen Fortbewegungsformen als die Zukunft: „Auch in der Landwirtschaft dachte man lange, Monokulturen seien die Antwort.“ Markus Winter von der IG Windkraft meint, dass sich viele Leute schon jetzt umweltfreundlich verhalten würden: „3 von 4 Wegen werden in Wien bereits umweltfreundlich zurückgelegt.“ 

ClimateLaunchpad-Wettbewerb

Am Abend kämpften 7 Start-ups beim ClimateLaunchpad mit ihren Geschäftsideen um eine Reise zum weltweiten Wettbewerbsfinale in Singapur. Die Teams hatten jeweils 4 Minuten Zeit für einen Pitch und mussten sich weitere 4 Minuten lang den Fragen der Jury stellen. 

Mehrere Personen sitzen nebeneinander und schauen aufmerksam nach vorne, eine Frau hält einen Stift ans Kinn.

Die Jury des ClimateLaunchPad-Wettbewerbs.

Milda Žilinskaitė von der WU Wien, Florian Schellnast von Joulzen, Lucie Hornauer von der Wirtschaftsagentur Wien und Kimiko Uriu vom KURIER kürten das Wiener Designstudio Joyh zum Sieger. Es entwickelt 3D-gedruckte Gebäudefassaden, die den Bau digitaler und nachhaltiger machen sollen.

Drei Personen stehen nebeneinander, eine hält einen großen gelben Scheck mit der Aufschrift „National Final Winner Austria“.

Der Audience Award ging an Repartum. Die digitale Plattform für Kreislaufwirtschaft macht Ersatzteile aus Altgeräten zugänglicher und Reparaturen von Haushaltsgeräten dadurch weit erschwinglicher.

Rahmenprogramm

Neben hochkarätig besetzten Panels und Vorträgen bot das KURIER SPEAK OUT Festival seinen Besucherinnen und Besuchern auch ein vielfältiges Rahmenprogramm.

Eine Frau näht an einer Nähmaschine an einem Tisch mit Nähutensilien, im Vordergrund steht eine pinke Strickjacke auf einer Schneiderpuppe.

Drei Personen unterhalten sich an einem gelben Tisch mit fünf Röhren, die verschiedene Gesteinsproben enthalten.

TEEKANNE-Stand

Mehrere Personen stehen an einem Tisch, probieren Brot und Getränke, während eine Frau Brot schneidet und eine andere einschenkt.

In der Ovalhalle des MuseumsQuartiers konnten sie sich u.a. bei RESI Slow Fashion Kleidung flicken lassen, beim Illinois in Vienna Program Kleidung tauschen oder am Stand der Porr AG umweltfreundliche Baumaterialien entdecken. LIEBER BIO, HiNuts, VEGAN WOLF und TEEKANNE boten Kostproben von Brot und Snacks bis hin zu Eistee.

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