"Notwendige Neuausrichtung": KTM AG baut 500 Mitarbeiter ab

KTM-PRODUKTION NACH ZWEITEM FERTIGUNGSSTOPP WIEDER HOCHGEFAHREN
Im Rahmen eines "Effizienzprogramms" würden "schwierige, aber notwendige Maßnahmen" gesetzt, um nach der Insolvenz der KTM AG Ende 2024 den "erfolgreichen Neubeginn aus dem Vorjahr 2025" fortzusetzen.

Die KTM AG führt ihre Neuausrichtung fort und baut dazu rund 500 Beschäftigte ab. Hauptsächlich seien Angestellte und das mittlere Management betroffen, teilte die Firmenmutter Bajaj Mobility AG (vormals Pierer Mobility AG) am Dienstagabend mit. Ziel sei die "nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch die Senkung der Fixkosten, die Straffung von Strukturen" sowie die Fokussierung des Produktportfolios. Die erforderlichen Frühwarnmeldungen werden beim AMS eingebracht. Ende 2025 habe der Personalstand 3.794 betragen.

"Dieser Stellenabbau ist eine schwierige, aber notwendige Entscheidung, um unsere Kosten zu senken, Strukturen zu verschlanken und das Unternehmen damit langfristig stabil aufzustellen", erklärte CEO Gottfried Neumeister in einer Aussendung. "Wir reduzieren in allen Bereichen an Komplexität – zum Beispiel bei unserer Modellpalette, in der IT und auch in der Organisation unserer Abteilungen, insbesondere durch die Herausnahme einer Führungsebene", so dieser. Alle Maßnahmen würden mit Blick auf die konsequente Fokussierung auf das Segment Motorcycles mit den drei Kernmarken KTM, GASGAS und Husqvarna erfolgen.

Derzeit gehört die KTM AG zu 100 Prozent der Pierer Mobility AG, die wiederum zu 74,18 Prozent im Eigentum der Pierer Bajaj AG steht. An der Pierer Bajaj sind Stefan Pierers Pierer Industrie AG zu 50,1 Prozent und die Bajaj Auto International Holdings B.V. in den Niederlanden zu 49,9 Prozent beteiligt.

Der indische KTM-Miteigentümer

Die börsennotierte Bajaj Auto Limited ist ein Big Player. Sie wurde 1945 gegründet und begann mit dem Import von Motorrädern. Seit 1959 werden in Indien Motorräder produziert. Heute ist Bajaj nicht nur einer der größten Fahrzeughersteller in Indien, sondern der viertgrößte Zwei- und Dreiradbauer weltweit. Das Unternehmen gehört zu 50,02 Prozent der Familie Bajaj, 23,87 Prozent halten institutionelle Anleger und der Rest entfällt auf den Streubesitz. Seit 2007 sind die Inder an Pierer Mobility beteiligt. Die leichten KTM- und Husqvarna-Motorräder mit 125 bis 390  Hubraum werden längst in Indien produziert. Ob künftig noch mehr Bikes in Indien produziert werden, ist unklar.

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