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Kreuzfahrten im Klimacheck: Das sind die saubersten Reedereien

Kreuzfahrtschiffe haben in Sachen Klima- und Umweltschutz viel Luft nach oben, zeigt ein aktuelles Ranking. Die Norweger geben das Tempo vor, doch das reine E-Kreuzfahrtschiff existiert erst als Entwurf.
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Beliebt, aber schmutzig: Trotz globaler Krisen erwartet der Kreuzschifffahrtsverband Clia auch heuer wieder steigende Passagierzahlen. Mit 37,7 Millionen Gästen soll ein neues Allzeithoch erreicht werden. In Sachen Klima- und Umweltschutz ist die Entwicklung weniger erfreulich. 

Wie das Kreuzfahrtranking 2026 des deutschen Naturschutzbundes (NABU) zeigt, gibt es vor allem bei alternativen Antrieben noch viel Luft nach oben. Die Mehrheit der 15 untersuchten Kreuzfahrtunternehmen setzt demnach weiterhin auf das besonders schadstoffreiche Schweröl. 

Nur vier der zwölf untersuchten Reedereien schließen dessen Einsatz vollständig aus. Für die Rangliste wurden Faktoren wie der Verzicht auf Schweröl, die Nutzung von Landstrom und Stickoxidkatalysatoren sowie Klima- und Effizienzmaßnahmen bewertet. Die Ergebnisse beruhen auf freiwilligen Angaben der Reedereien, wobei drei gar nicht antworteten.

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Vorbild Norwegen

Wie schon in den vergangenen Jahren führen auch im aktuellen Ranking die beiden norwegischen Reedereien Havila und Hurtigruten die Rangliste an. Auf die Plätze 4 und 5 schafften es die großen deutschen Reedereien TUI Cruises mit Mein Schiff sowie Aida Cruises, während Norwegian Cruise Line und Royal Caribbean auf hinteren Plätzen landeten. 

Hurtigruten gilt als Vorbild für die Branche und will bis 2030 das erste Null-Emissionen-Schiff vom Stapel lassen. Schon jetzt betreibt die norwegische Postschiff-Reederei mit der MS Roald Amundsen und MS Fridtjof Nansen die ersten Hybrid-Expeditionskreuzfahrtschiffe mit Batterieantrieb. Die Schiffe können bis zu 30 Minuten rein elektrisch und damit emissionsfrei fahren. Neun weitere Schiffe werden auf hybride LNG (Flüssiggas)- und Akkubetrieb umgestellt, die gesamte Flotte kann jetzt schon mit Biokraftstoffen (HVO) betrieben werden. 

Auch TUI Cruises verspricht bis 2030 erste klimaneutrale Kreuzfahrten. Alle Neubauten der Mein-Schiff-Flotte sind mit „Dual-Fuel-Motoren“ ausgestattet und technisch so konzipiert, dass sie mit emissionsärmeren Kraftstoffen wie Marinediesel oder Bio-LNG betrieben werden können. Aida Cruises hat mehrere LNG-Kreuzfahrtschiffe in Betrieb.

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Die Aidacosma

Umweltschützer fordern deutlich mehr Tempo bei der Umrüstung auf alternative Antriebe. Dies sei keine Frage der Technologie, sondern des Willens. „Statt weiter auf Schweröl, LNG oder biogene Kraftstoffe zu setzen, braucht es jetzt Investitionen in Technologien, die echten Klimaschutz ermöglichen“, sagt Sönke Diesener, Schifffahrtsexperte beim NABU. 

Er verweist auf den heuer von der Meyer Werft vorgestellten, ersten Entwurf eines rein elektrisch betriebenen Kreuzfahrtschiffes. Weil das E–Kreuzfahrtschiff seine Batterien immer wieder aufladen müsste, wäre es laut der Werft vor allem für Routen mit vielen Hafenstopps geeignet - etwa im Mittelmeer oder auf der Ostsee. In den Häfen bräuchte es auch ausreichend Ladekapazität. Wann das E-Kreuzfahrtschiff in See sticht, ist derzeit noch nicht absehbar.

Fortschritte gibt es indes beim Ausbau und der Nutzung von Landstrom in den Häfen. Dadurch können Schiffe während der Liegezeit mit Strom versorgt werden, anstatt Bordenergie über laufende Motoren zu erzeugen. Positiv wertet NABU auch die Fortschritte im Bereich Energieeffizienz bei neuen Kreuzfahrtschiffen.

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