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Wirtschaft
10/22/2020

Korruptionsskandal: 3 Mrd. Dollar Strafe für Goldman Sachs

Aus malysischen Staatsfonds 1MDB wurden Milliarden veruntreut. Goldman hatte Anleiheemissionen begleitet.

Die US-Bank Goldman Sachs muss wegen des Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB erneut tief in die Taschen greifen. Mit einem fast drei Mrd. Dollar (2,5 Mrd. Euro) schweren Vergleich schafft die US-Investmentbank eine Klage des US-Justizministeriums aus der Welt, wie bei einer Gerichtsanhörung in den USA am Donnerstag bekannt wurde. Die Malaysia-Tochter der Bank bekannte sich gleichzeitig schuldig, gegen US-Korruptionsgesetze verstoßen zu haben.

Schmiergelder

Goldman Sachs wird im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal unter anderem beschuldigt, Regierungsvertreter in Malaysia und Abu Dhabi mit Schmiergeldern von mehr als einer Milliarde Dollar bestochen zu haben. Anwälte der Bank hatten zuvor bei Gericht in New York ein Schuldbekenntnis im Namen von Goldman Malaysia wegen Verstößen gegen das Anti-Korruptionsgesetz "Foreign Corrupt Practices Act" abgegeben.

Der 1MDB-Fonds war 2009 zur Wirtschaftsförderung Malaysias eingerichtet worden, Ex-Regierungsmitglieder und dubiose Berater sollen jedoch - angeblich mit Hilfe von früheren Goldman-Mitarbeitern - den Großteil der Mittel veruntreut haben. Die Bank war an der Ausgabe von Anleihen des Fonds im Volumen von 6,5 Mrd. Dollar beteiligt und soll dabei überhöhte Gebühren eingestrichen haben.

Einigung mit Malaysia

Ende Juli hatte sich Goldman Sachs bereits mit der Regierung Malaysias auf eine Milliardenzahlung geeinigt. Die Einigung enthält eine direkte Zahlung von 2,5 Mrd. Dollar (aktuell 2,11 Mrd. Euro) an den malaysischen Staat. Weitere 1,4 Mrd. Dollar aus beschlagnahmten Vermögenswerten von 1MDB sollen mit Hilfe von Goldman Sachs und des US-Justizministeriums zurückgeführt werden.

Dem Wall Street Journal zufolge will sich die Bank Millionen von Dollar bei amtierenden und ehemaligen Top-Managern zurückholen, in deren Verantwortungsbereich die Verwicklung in die 1MDB-Affäre fiel. Betroffen seien auch der derzeitige Vorstandschef David Solomon und sein Vorgänger Lloyd Blankfein, berichtete das Finanzblatt unter Berufung auf Insider. An der Börse wurde die Milliardenstrafe indes gelassen aufgenommen, die Aktien von Goldman Sachs reagierten kaum.

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