Schwächelnde Industrie: Stimmung trübt sich weiter ein
Zusammenfassung
- Industriekonjunktur in Österreich bleibt laut Wifo-Konjunkturtest schwach, vor allem wegen geringer Exportnachfrage und US-Zöllen.
- Stimmung in der Sachgütererzeugung und Bauwirtschaft bleibt negativ, während Dienstleister und Einzelhandel optimistischer sind.
- Arbeitsmarkt zeigt trotz Herausforderungen keine weitere Verschlechterung, und die Inflationsrate ist deutlich gesunken.
Österreichs Wirtschaft hat die zweijährige Rezessionsphase zuletzt hinter sich gelassen, wirklich in die Gänge kommt die Konjunktur aber weiter nicht.
In der schwächelnden Industrie hat sich die Stimmung laut Wifo-Konjunkturtest vom Jänner nach dreimaliger leichter Besserung zuletzt sogar wieder eingetrübt. Grund sei die schwache Nachfrage nach heimischen Exportgütern, die auch von US-Zöllen gedämpft wird. Erholungssignale kommen indes vom Arbeitsmarkt.
US-Zollpolitik
"Die Zollpolitik der USA hat die Nachfrage aus der EU in den letzten Monaten verringert. Die von der Regierung Trump beabsichtigte Reduktion der Auslandabhängigkeit scheint erste Wirkung zu zeigen", erklärte Wifo-Ökonom Marcus Scheiblecker am Dienstag in einer Aussendung.
Vor allem in der Sachgütererzeugung sei keine nachhaltige Stimmungsaufhellung erkennbar, darüber hinaus würden in der Bauwirtschaft negative Einschätzungen überwiegen.
Dienstleister seien dagegen mehrheitlich positiv gestimmt, auch der Einzelhandel blicke vermehrt optimistisch in die Zukunft, so das Institut weiter.
Erbaulich seien außerdem der starke Rückgang der Inflationsrate im Jänner, die zuvor hartnäckig über jener der Eurozone gelegen war, und die Lage am Arbeitsmarkt. Diese bleibe zwar mit gestiegenen Arbeitslosenzahlen herausfordernd, saisonbereinigt sei es jedoch in letzter Zeit zu keinem weiteren Anstieg mehr gekommen, hielt das Wifo fest.
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