KV: Warnstreiks in der IT-Branche, Einigung bei Privatkliniken

Gewerkschaft macht Druck vor 7. Verhandlungsrunde. Bis zu 3 Prozent mehr für Beschäftigte in Privatspitälern.
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Mit Warnstreiks in Großunternehmen sowie Klein- und Mittelbetrieben erhöhte die Gewerkschaft GPA den Druck auf die Arbeitgeberseite bei den laufenden KV-Verhandlungen für die rund 90.000 Beschäftigten in der IT-Branche. 

Die Arbeit wurde laut GPA für einige Stunden niedergelegt. Mit den Maßnahmen wurden Betriebe mit insgesamt rund 25.000 Beschäftigten erreicht. Beim Warnstreik der Erste Digital in Wien waren rund 400 Personen anwesend. Laut Arbeitgeber-Chefverhandler Martin Zandonella hielt sich die Teilnahme in Grenzen. 

„Warnstreiks ein deutliches Signal“

„Die Warnstreiks waren ein deutliches Signal in Richtung der nächsten Verhandlungsrunde“, wird Sandra Steiner, Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft GPA, in einer Aussendung zitiert.  Die Beschäftigten der IT-Branche seien bereit, für eine faire Anerkennung ihrer Arbeit zu kämpfen.  Die Arbeitnehmer fordern eine Erhöhung der Mindest- und Ist-Gehälter um 3,5 Prozent, für die Mindestgehälter boten die Arbeitgeber laut GPA zuletzt ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent. Am 10. März wird weiterverhandelt. 

Sollte es auch dann zu keiner Einigung kommen, sieht Steiner einen massiven Imageschaden für die Branche. „Die IT-Branche hat sich bisher immer als moderner Zukunftsmotor präsentiert. Doch diese Auseinandersetzung sorgt seitens der Arbeitgeber für Signale, die wenig Attraktivität vermitteln. Planbarkeit und Stabilität für alle Beteiligten sind das Gebot der Stunde“, appellierte Steiner an die Arbeitgeber.

Diese sind verärgert über die Kampfmaßnahmen „Die Warnstreiks sind für die Stimmung bei der nächsten Runde sicher nicht zuträglich“, sagt Arbeitgeber-Chefverhandler Martin Zandonella zum KURIER. Rückmeldungen aus Betrieben über Auswirkungen des Warnstreiks gäbe es keine. „Es gab offenbar auch wenig Teilnehmer“, so Zandonella.

Gestaffelter Zwei-Jahres-Abschluss bei den Privatspitälern

Eine Einigung gibt es nach der fünften Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der Privatkrankenanstalten. Der Kollektivvertrag gilt für zwei Jahre und sieht ab 1. April 2026 die Anhebung der Gehälter bis zu einer Höhe von 3.750 Euro um 3 Prozent vor, alle darüber liegenden Einkommen werden um 2,75 Prozent bzw. zumindest um 73 Euro angehoben. 

Rechtsanspruch auf Teilpension

Zulagen werden korrespondierend valorisiert. Die Sozialpartner einigten sich zudem auf einen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit und Teilpension bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen und haben Klarstellungen vor allem für Berufspraktikant:innen getroffen, um die dringend notwendige Ausbildungsoffensive zu unterstützen.

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