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Wirtschaft
11/23/2021

Lockdown: Kocher rechnet mit bis zu 400.000 Menschen in Kurzarbeit

Arbeitslosigkeit dürfte wieder auf mehr als 400.000 Betroffene ansteigen. Fällt die Wintersaison aus, sieht's düster aus.

von Anita Staudacher

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) rechnet aufgrund des Corona-Lockdowns in den kommenden Wochen mit einem Anstieg der Kurzarbeit auf 350.000 bis 400.000 Personen, welche die Hilfe in Anspruch nehmen werden. Die Prognose sei "aber nicht einfach", sagte Kocher am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Wifo-Chef Gabriel Felbermayr. Die Zahl der Arbeitslosen werde in den nächsten Wochen die 400.000-er Marke wieder überschreiten, aber unter dem Niveau des Vorjahres bleiben. Im November 2020 waren 530.000 Menschen beim AMS vorgemerkt.  

"Die derzeitige Situation spiegelt die Kurzarbeit-Situation noch nicht wieder", so Kocher. Derzeit sind 77.989 Personen zur Kurzarbeit angemeldet. Die Kurzarbeit werde "nach derzeitigen Einschätzungen nicht auf 500.000 Anmeldungen steigen, sondern sich etwa in ähnlichem Ausmaß wie im letzten Winter bewegen", sagte der Arbeitsminister. Die Corona-Kurzarbeit steht wieder allen Betrieben zur Verfügung, die von den Schließungen betroffen sind. Auch ein rückwirkender Antrag ist möglich. 

Keine Tourismus-Ausnahme

Die von Tourismusbetrieben geforderte Möglichkeit, ab dem ersten Tag der Beschäftigung Kurzarbeit anzumelden, schließt Kocher weiter aus. Es werde keine Branchenlösung geben, das erlaube das Beihilfenrecht nicht. Damit wäre auch dem Missbrauch von Kurzarbeit "Tür und Tor geöffnet".

Wie stark sich die Covid-Maßnahmen auf den Arbeitsmarkt auswirken werde, hänge von der Dauer ab, meint Ökonom Felbermayr. Jetzt gehe es darum, vor allem die Wintersaison und das Weihnachtsgeschäft noch zu retten. "Jetzt muss schnell was passieren". 

Plus 5.652 Arbeitslose

Bei den aktuellen Arbeitslosenzahlen wirkt sich der seit Montag geltende  Corona-Lockdown noch nicht stark aus. Derzeit sind laut Arbeitsministerium 277.508 Personen arbeitslos gemeldet, ein Anstieg von 5.652 Arbeitslosen im Vergleich zur Vorwoche. Zusätzlich 73.160 Personen befinden sich derzeit in AMS-Schulungen.

AMS-Sanktionen

Die Forderung der Arbeiterkammer, die AMS-Sanktionen auszusetzen, lehnt Kocher ab. "Es wäre nicht angebracht, sie vollständig auszusetzen, so lange es noch so viele offenen Stellen gibt". 

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