Elf Kinderfahrräder getestet: Nur eines "gut"
Zusammenfassung
- Nur ein von elf getesteten Kinderfahrrädern erhielt eine gute Bewertung, fünf fielen wegen problematischer Bremsen durch.
- In mehreren Sätteln wurden bedenkliche Schadstoffe wie Benzo(ghi)perylen und DPHP nachgewiesen.
- Eltern sollten beim Kauf auf passende Sattelhöhe und ausreichend Spielraum für das Wachstum achten.
Oft bringt der Osterhase das erste Fahrrad. Mehr als jedes zweite Kinderfahrrad wird vor Ostern verkauft. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in Kooperation mit Stiftung Warentest elf 14-Zoll-Fahrräder für Kinder im Alter von etwa drei bis fünf Jahren getestet.
Fazit: Nur ein Kinderfahrrad konnte mit einer "guten" Bewertung überzeugen. Fünf Räder erhielten aufgrund problematischer Bremsen ein "nicht zufriedenstellend". Die restlichen Räder erhielten eine "durchschnittliche" Bewertung.
Vorderbremsen gefährlich stark
Getestet wurden Marken wie Bulls, Cube, Decathlon, Puky oder Woom, deren Preisspanne von 115 bis 533 Euro reicht. Von elf Fahrrädern fielen fünf durch problematische Bremsen auf. Bei vier Rädern sind die Vorderbremsen gefährlich stark – und zwar bei den getesteten Modellen von Academy, Bachtenkirch, Bikestar und Cube.
Im Praxistest verloren einige Kinder dadurch die Kontrolle und stürzten über den Lenker, blieben aber – auch dank Helm – unverletzt. Ein weiteres Rad von Dino Bikes fiel aufgrund einer zu schwachen Hinterbremse durch. Zudem brach beim Belastungstest der Gabelschaft. Das ist das senkrechte Rohr, das die Fahrradgabel mit dem Lenker verbindet.
Beim Kauf von Rädern sollten Eltern darauf achten, dass die Sattelhöhe zur Beinlänge des Kindes passt. Als Faustregel gilt: Wenn ein Kind im Sattel sitzt, sollte es mit den Fußspitzen stabil den Boden erreichen können. Während manche Räder im Test nur wenige Zentimeter Wachstum zulassen (z. B. Bulls mit 4,5 Zentimetern), bieten andere deutlich mehr Spielraum (z.B. Puky mit elf Zentimetern).
In den Sätteln von Academy, Bulls, Cube und Puky wurden hohe Mengen Benzo(ghi)perylen gefunden. Dabei handelt es sich um einen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff (PAK), der im Verdacht steht, erbgutverändernd zu wirken.
Im Sattel von Bikestar wurden wiederum hohe Mengen des Weichmachers DPHP nachgewiesen. Dieser Weichmacher ist zwar nicht verboten, in Kinderprodukten sollte aber laut Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) darauf verzichtet werden. DPHP schädigte im Tierversuch Schilddrüse und Hirnanhangdrüse.
Die ausführlichen Testergebnisse gibt es ab 26.03.2026 in der April-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und auf der Website des VKI (externer Link).
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