KI-Gipfel: Milliardeninvestitionen und Warnung vor Weltuntergang
Zusammenfassung
- US-Techkonzerne kündigen Milliardeninvestitionen in KI an, während Entwicklungsländer Gefahr laufen, abgehängt zu werden.
- UNO-Generalsekretär Guterres fordert einen globalen KI-Fonds und warnt vor der Kontrolle durch wenige Länder oder Milliardäre.
- Beim KI-Gipfel in Neu Delhi werden sowohl Weltuntergangsszenarien als auch Forderungen nach globaler Regulierung und mehr Sicherheit diskutiert.
Große US-Technologieunternehmen haben in den nächsten Jahren Investitionen von mehreren Hundert Milliarden Dollar in Künstliche Intelligenz angekündigt. Entwicklungsländer drohen bei der Technologie hingegen auf der Strecke zu bleiben.
Die Zukunft von Künstlicher Intelligenz dürfe nicht von einer Handvoll Länder entschieden werden oder den Launen einiger weniger Milliardäre überlassen werden, warnte UNO-Generatsekretär António Guterres am Donnerstag beim internationalen KI-Gipfel in Neu Delhi.
Globaler KI-Fonds
Guterres rief zur Schaffung eines globalen KI-Fonds auf, mit dem grundlegende Kapazitäten in wirtschaftlich schlechter gestellten Ländern geschaffen werden sollen. Dotiert sein soll er mit 3 Mrd. Dollar (rund 2,5 Mrd. Euro) - Anbetracht der für Infrastruktur für die Technologie nötigen Summen handelt es sich eher um einen symbolischen Akt.
In der indischen Hauptstadt diskutieren bei dem „AI Impact Summit“ seit Montag und noch bis heute, Freitag, Staats- und Regierungschefs, Vertreter großer Unternehmen und Experten über die globalen Auswirkungen der Technologie. Österreich wurde von Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll vertreten.
Der französische Präsident Emmanuel Macron verteidigte die europäische KI-Regulierung und forderte strengere Sicherheitsvorkehrungen nach der weltweiten Empörung über Zehntausende sexualisierte Bilder von Kindern, die mithilfe von Elon Musks Chatbot Grok generiert wurden. Unterstützt wurde er dabei vom indischen Premier Narendra Modi.
Für Modi ist der Gipfel auch Gelegenheit, das Land im Rennen um die Technologie in Stellung zu bringen. Zahlreiche Branchengrößen vom ChatGPT-Macher OpenAI über den Chiphersteller Nvidia bis zu Anthropic kündigten Investitionen an. Google, dessen Chef Sundar Pichai an dem Gipfel teilnahm, kündigte den Bau neuer Unterseekabel an. Insgesamt sollen mehr als 200 Mrd. Dollar an KI-Investitionen nach Indien fließen.
OpenAI-Chef Sam Altman.
WeItuntergangsszenarien
Es ist bereits die vierte Veranstaltung dieser Art. Wie auch bei vorangegangen Gipfeltreffen im britischen Bletchley Park (2023), Seoul (2024) und Paris (2025) durften Weltuntergangsszenarien nicht fehlen. Befeuert werden die Warnungen vor einer Super-KI, die für die Menschheit zur Gefahr werden könnte, von Fortschritten bei der Entwicklung von KI-Agenten, die selbstständig Aufgaben erledigen können.
Dazu hat auch OpenClaw des österreichischen Entwicklers Peter Steinberger beigetragen, der vor Kurzem bei OpenAI anheuerte. Der kanadische KI-Forscher Yoshua Bengio sprach gegenüber dem Handelsblatt von einem „enormen kommerziellen Druck“ auf führende KI-Unternehmen, solche Agenten in den Massenmarkt zu bringen. Die Furcht vor einer Superintelligenz wird aber auch von den großen KI-Unternehmen selbst gerne geschürt. Auch weil mit ihr mitschwingt, wie mächtig KI sein kann.
OpenAI-Chef Sam Altman warnte wohl auch deshalb vor dem Missbrauch der Technologie durch Diktatoren, vor der Schaffung neuer Krankheitserreger und vor neuen Arten von Kriegen. Ende 2028 könnte ein größerer Teil der intellektuellen Kapazität der Welt innerhalb von Rechenzentren liegen als außerhalb, sagte der OpenAI-Chef und sprach sich für die Errichtung einer weltweiten Aufsichtsbehörde für KI nach dem Vorbild der Atomenergiebehörde (IAEA) aus.
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