Übernimmt KI die Weltherrschaft? "Nicht auszuschließen"
Der Österreicher Peter Steinberger, der mit seinem KI-Agenten OpenClaw in den letzten Wochen international für Furore gesorgt hat, wechselt zur US-amerikanischen ChatGPT-Mutter OpenAI. Am Montagabend war Steinberger zu Gast bei Armin Wolf in der ZiB2. Er stellte sein System OpenClaw vor und erklärte, warum es mehr kann als ChatGPT.
Steinberger: OpenClaw kann "alles machen, was ich machen kann"
Während ChatGPT vor allem Texte generiere, gehe OpenClaw deutlich weiter. "Mit meinem Agenten kann ich was reinschreiben, es kann aber auch richtig Dinge auf meinem Computer machen." Der Agent könne Dateien lesen, E-Mails versenden oder im Browser klicken. "Eigentlich kann man sich das vorstellen, wie so eine Entity, die statt mir am Computer sitzt und die Tastatur und die Maus bewegen kann und eigentlich alles machen kann, was ich machen kann."
OpenClaw: Neues KI-Tool erledigt Aufgaben selbstständig
Auch komplexe Aufgaben seien möglich. "OpenClaw kann wirklich von A bis Z das ganze Programm durchmachen", sagte Steinberger auf die Frage, ob sich damit eine komplette Paris-Reise buchen lasse – inklusive Bezahlung.
Der Mensch bleibt verantwortlich
Trotz der Autonomie bleibe der Mensch verantwortlich. "Wenn ich einen Agenten laufen lasse, bin ich auch dafür verantwortlich, was der Agent macht." Nutze der Agent eine Kreditkarte, bleibe es die eigene. Ohne ausdrücklichen Auftrag handle das System nicht: "Wenn ich jetzt dem Agenten nicht sage, bitte buche ein Hotel, dann bucht er kein Hotel."
Kritik am Datenschutz weist Steinberger zurück. OpenClaw könne vollständig lokal betrieben werden. "Von allen Lösungen ist meines das mit den wenigsten Datenschutzproblemen." Wer wolle, könne das System sogar komplett offline nutzen. Angriffe wie sogenannte Prompt Injection seien schwieriger geworden. Zwar könne man Probleme nicht völlig ausschließen, doch die Modelle seien deutlich besser trainiert. "Es stimmt, es gibt immer noch, wenn man sich wirklich genug bemüht und wirklich viel Zeit hat, dass man das Model zu etwas kriegt, was es nicht machen soll."
Weltherrschaft der KI? "Nicht komplett ausschließen"
Angst vor einer unkontrollierbaren KI, die irgendwann die Weltherrschaft übernimmt hat Steinberger nicht: "So weit sind wir noch nicht." Doch er schließt langfristige Entwicklungen nicht kategorisch aus. „"Aber ja, das ist natürlich etwas, was man nicht komplett ausschließen kann." Jeder Schritt sei nachvollziehbar, der Agent lasse sich jederzeit stoppen. Für die Arbeitswelt erwartet er Veränderungen, aber keinen totalen Umbruch. "Es werden weder 90 noch 10 Prozent der Bürojobs betroffen sein." KI werde vor allem repetitive Tätigkeiten übernehmen. "Aber es braucht immer noch jemanden, der dem Ganzen überhaupt erklärt, was es machen soll."
Kommentare